11. September 2026
Assassinen in Japan
Mit ASSASSIN'S CREED – DIE GESCHICHTE VON IGA erhält das beliebte Videospiel-Franchise erstmals einen Manga, der direkt als Vorgeschichte zu „Assassin's Creed Shadows“ konzipiert wurde. Der Band führt die Leser in das feudale Japan und zeigt, wie sich der uralte Konflikt zwischen Assassinen und Templern bereits lange vor den Ereignissen des Spiels in den Schatten des Landes ausbreitet.
Im Mittelpunkt steht Fujibayashi Masayasu, der sich auf einen beschwerlichen Weg zum Ninja begibt. Seine Heimat Iga gerät zunehmend unter Druck, und schnell wird klar, dass weit mehr auf dem Spiel steht als das Schicksal einer einzelnen Provinz. Begleitet wird Masayasu von bekannten, japanisch-historischen Ninja-Persönlichkeiten wie Momochi Sandayuu und Hattori Hanzou, sowie dem geheimnisvollen Tsuyu.
Masayasu, dessen Fähigkeiten als Ninja bei weitem noch nicht ausgebaut sind, muss, um seine Heimat zu beschützen, mehr werden als Krieger des Schattens. Vielmehr muss er sich die Frage stellen, welchen Platz und welche Rolle er für das einnehmen möchte, was er liebt und schützen will – Tod? Leben? … oder lieber etwas, das weit über diese bloßen Worte hinausgeht?
Nicht für jeden Fan
Fans der Spielreihe sollten wissen, dass bekannte Hauptfiguren aus „Assassin's Creed Shadows“ wie Naoe oder Yasuke hier nicht die Hauptrolle spielen. Stattdessen konzentriert sich der Manga darauf, die Welt, die politischen Konflikte und die Ninja-Kultur von Iga auszubauen und vor allem Masayasu einen festen Platz in der Assassins Creed-Reihe zu schneidern.
Dabei scheut Zeichner Reguji nicht davor zurück, der japanischen Epoche, in der der Manga spielt, nämlich der Sengoku-Zeit, ihr wunderschönes Antlitz zu verpassen – das sich nahtlos in die Geschichtserzählung fügt. Dichte Wälder, die zu Schleichaktionen einladen, und versteckte Dörfer, die ein Untertauchen fast zu leicht machen, sorgen für eine ordentliche Portion Schauermomente – als wäre man selbst auf den Pfaden der Ninja.
Auf kinoreife Action-Szenen wird weitestgehend verzichtet – Ninjas sind immerhin Krieger, die mit den Schatten verheiratet sind. So liegt der Fokus mehr auf Heimlichkeit, Loyalität und auf den harten Entscheidungen eines Ninja-Lebens. Entsprechend stark ist der zeichnerische Eindruck, der die Seiten beglückt. Kontraststark, immerhin muss der Leser selbst in tiefster Waldnacht die Figur noch erkennen können, wechseln mit schnellen, aber kurzen Kämpfen ab. Unübersichtlichkeit Fehlanzeige – die Panels sind gut strukturiert, sodass das sonst undurchsichtige Ninja-Leben vom Leser gut durchschaut werden kann. Der Hang zum Semi-Realismus schenkt dem Manga außerdem eine gewisse, erwachsene Note und beschert den Mimiken und Gestiken im sonst stillen Geschäft des Tötens mehr Tiefe als jeder groß inszenierte Herzensmoment.
Fazit
ASSASSIN'S CREED – DIE GESCHICHTE VON IGAASSASSIN'S CREED – DIE GESCHICHTE VON IGA ist ein gelungener Einstieg in die Welt von Assassin's Creed Shadows. Der Manga erweitert die Spielwelt sinnvoll, bietet spannende Ninja-Action und punktet mit stimmungsvollen Zeichnungen. Wer historisch angehauchte Abenteuer und das Assassin's-Creed-Universum mag, findet hier eine unterhaltsame Vorgeschichte voller Geheimnisse, Klingen und Schatten.
Verlag: Panini Manga
Autor: Reguje
Zeichner: Reguje
Seitenzahl: 192
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