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03. März 2022


Von: REDAKTION

THE CARD COUNTER

Regisseur Paul Schrader ist vermutlich den meisten als Drehbuchschreiber des grandiosen „Taxi Driver“ bekannt. Ok, ist nicht gerade schwer, weil man damit wirbt. Und damit liegt man gar nicht so verkehrt. Denn es ist das Kriegstrauma, was beide Protagonisten in Martin Scorseses Klassiker und THE CARD COUNTER mit sich herumtragen und in tragischen Gewaltakten endet.

Zerlegte Robert De Niro vor 45 Jahren noch New Yorks Unterwelt, kann im übertragenen Sinne Oscar Isaac („Dune“) das Glücksspiel und besonders die titelgebenden Karten in seine Einzelteile zerlegen. Es ist alles eine Frage von Zahlen, Statistiken und Wahrscheinlichkeiten.

William Tell (Isaac) ordnet, begegnet und verarbeitet den erlebten und begangenen Wahnsinn im Folterknast Abu-Ghuraib (plus verbüßter Strafe für die Gräueltaten) mit Spielen in Casinos. Er ist rastlos, zieht von Spielhölle zu Spielhölle, gewinnt durchs blitzschnelle Zählen der Black Jack-Karten. Allerdings nur so viel, dass es nicht auffällt. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit Cirk (Tye Sheridan), dessen Vater ebenfalls ein Folterknecht war, lässt William nicht mehr los. Die unverarbeitete Vergangenheit holt ihn allmählich ein, während die beiden zusammen mit Poker-Agentin La Linda (Tiffany Haddish) weiter durch die USA bis zur „World Series of Poker“ in Las Vegas ziehen.

Unter der glitzernden, wenig ruhmhaften Glitzerwelt stellen sich die Fragen: Vergeben und Vergessen? Rache oder Selbstgeißelung? Schuld und Unschuld? Paul Schrader wirft in seinem vielschichtigen Genremix zwischen Psychodrama und Thriller viele Fragen auf, löst sie aber nicht immer auf – was für den durch die rationale Hauptfigur stets wenig mitfiebernden Zuschauer mitunter so erquickend ist wie ein missglückter Bluff.

MARCUS CISLAK

Titel: THE CARD COUNTER
Verleih: Weltkino
Herstellungsland/-jahr: USA 2021
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 112 Min.
Kinostart: 03. März

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