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15. Juli 2019


Von: ARCHIV

Child's Play

CHILD'S PLAY

Die nervige Disney-Konkurrenz hat die liebste Killerpuppe aller kindlichen Horrorfans schon auf den Postern erledigt. Im CHILD’S PLAY-Reboot macht Chucky sich an größere Gegner, bei denen Blut statt Batteriesäure fließt. Zum Fluch ahnungsloser Opfer werden in dem kurzweiligen Update nicht Voodoo-Zauber, sondern Smart Devices.


Dass Lars Kleebergs Retro-Reboot auf den Originaltitel statt auf den werbewirksamen Namen des fiesen Anti-Helden setzt, passt ebenso perfekt zu den Animositäten mit Character Creator Don Mancini, wie dem verspielten Ton eines Slashers, der sich der Infantilität seines Szenarios überaus bewusst ist. Das Skript von Taylor Burton Smith funktioniert in den Momenten der größten Distanz zur Ernsthaftigkeit des 88er Franchise-Starters. Dessen Schocks sind heute etwa so gruselig wie die von „Texas Chainsaw Massacre 2“.

Über letzten amüsiert sich der hörgeschädigte Andy (Gabriel Bateman) mit seinen neuen Freunden Falyn (Beatrice Kitsos) und Pugg (Ty Consiglio), die er dank Chucky (spaßige Originalstimme: Mark Hamill) gewonnen hat. Fatalerweise erlernt das vorzeitige Geburtstagsgeschenk seiner alleinerziehenden Mutter Karen (Aubrey Plaza) gewalttätige Verhaltensmuster mit der unreflektierte Automatik, vor der Zensurapostel hartnäckig warnen. Ist das zur Smart Device weiterentwickelte Spielzeug obendrein in einem vietnamesischen Sweatshop (fehl)programmiert, sieht es schlecht aus für Mamas neuen Ekelfreund (David Lewis). Dessen Ende ist ebenso amüsant wie das des perversen Hausmeisters (Trent Redekop), zumal Chuckys Mordmotive anders als im Original wohlmeinende Freundschaftsdienste für best buddy Andy sind - jedenfalls anfangs. Der Charakterbruch zur frustrierten Killerpuppe ist auch einer mit narrativer Logik und Selbstironie. Ohne die gerät das passable Remake ironischerweise zu einem der überzogenen Horrorfilme, die es zuvor effektiv veralbert - mit zuviel Nostalgie, die den Mix aus schwarzem Humor, Sozialkritik und Splatter erst kindlich-unterhaltsam macht.

LIDA BACH

Titel: CHILD’S PLAY

Land/Jahr: USA 2019

Label: Capelight Pictures

FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 90 min.

Kinostart: 18. Juli

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