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20. Mai 2019


Von: LUTZ GRANERT

John Wick: Kapitel 3

John Wick: Kapitel 3

Die Uhr tickt erbarmungslos herunter: John Wick (Keanu Reeves) bleibt nach den Geschehnissen von „John Wick: Kapitel 2“ eine Stunde Zeit, bevor er zum „Excommunicado“ und somit zum Freiwild einer weltweit agierenden Verbrecherorganisation erklärt wird. 14 Millionen Dollar werden auf seinen Kopf ausgesetzt – und das lockt Killer aus aller Welt an, wie etwa den bärbeißigen Glatzkopf Zero (Marc Dacascos). Mit Hilfe seiner Weggefährten wie der knallharten Sofia (Halle Barry), die ihm noch einen Gefallen schulden, beginnt ein aussichtslos erscheinender Kampf ums Überleben.

Immerhin 260 Mio. US-Dollar spülten die ersten beiden Teile um die (Rache-)Feldzüge des tierliebenden Profikillers im Designeranzug weltweit in die Kinokassen. Wie schon bei den Vorgänger nahm Stunt-Koordinator Chad Stahelski auf dem Regiestuhl Platz und so ist es nicht verwunderlich, dass auch JOHN WICK: KAPITEL 3 ganz auf altbewährte Zutaten setzt. Die hieb- und stichfeste Action während der Film gewordenen Dauer-Verfolgungsjagd überrascht immer wieder durch wohldosierte Gewaltspitzen und originelle Einfälle, wenn John Wick die Bösewichte in einem Stall etwa durch ausschlagende Pferde oder in einer Bibliothek mit einem Folianten von Dantes „Inferno“ matt setzt. Der düster-gelackte Look gefällt und besonders der Showdown zwischen John Wick und Zero im Spiegelkabinett der „Schaltzentrale“ des Continental Hotel hält zahlreiche beinahe schon psychedelische Lichteffekte bereit.

Diese Schauwerte trüben darüber hinweg, dass der inzwischen 54-jährige Keanu Reeves gerade in den Martial Arts-Szenen etwas behäbig und in die Jahre gekommen wirkt, die Ballereien etwas lustlos wirken und das CGI bei einigen Szenen etwas zu dick und qualitativ mäßig aufgetragen wurde (Stichwort: animierte Kampfhunde). Dem Unterhaltungsfaktor von JOHN WICK: KAPITEL 3, der in Actionszenen, Plotpoints oder Dialogen immer wieder Anspielungen auf „The Matrix“ (1999) bereithält, tut das aber keinen Abbruch, im Gegenteil. Der hochtourige Actionthriller lässt mit seinen häufigen Schauplatzwechseln kaum Zeit zum Luftholen, so dass die zweistündige Action-Oper wie im Flug vergeht.

LUTZ GRANERT

Titel: JOHN WICK: KAPITEL 3
Label: Concorde
Land/Jahr: USA 2019
FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 130 Min.
Kinostart: 23. Mai

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