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25. Oktober 2018


Von: FLORIAN TRITSCH

Der Geschmack von Leben

Der Geschmack Von Leben

Vloggerin Nikki (Antje Nikola Mönning, „Engel mit schmutzigen Flügeln“) reist mit ihrem weißen Jeep quer durch Deutschland. Immer dabei hat sie ihre Kamera, mit der sie sexuell frustrierte für ihren Videoblog nach ihren geheimen Wünschen, Sehnsüchten und Erfahrungen befragt. Die junge Frau nimmt sich zwischen dem Aufzeichnen von persönlichen Schicksalserzählungen immer wieder Zeit für ihr liebstes Hobby: unbekannten Parkplatzbekanntschaften einen zu blasen. Unterbrochen werden die Szenen von Nikkis bumsfideler Bundesrepublik-Tour immer wieder für einen Aufruf zur Abstimmung für die „Fi(c)ktion des Monats“. Dabei handelt es sich um vier kurze Filmchen, die nacheinander gezeigt werden und stilistisch irgendwo zwischen amateurhaftem YouTube-Content und Telefonsex-Werbespot angesiedelt sind.

Der Geschmack von Leben ist weniger eine filmische Erzählung, vielmehr das Werk vom Regieprovokateur Roland Reber ein deutliches Statement für sexuelle Freiheit. Getragen wird der Film von Antje Nikola Mönning, die dem breiten Fernsehpublikum als Schwester Jenny in der ARD-Familienserie „Um Himmels Willen“ bekannt wurde. In dieser nunmehr vierten Zusammenarbeit mit Kultregisseur Reber schrieb sie nun auch erstmals am Drehbuch mit. Vermutlich liegt es daran, dass ihr die Rolle perfekt auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Mönning spielt ihre Figur mit sehr viel Lebenslust, Sympathie – und in jedem Moment überzeugend. Ihr großartiges Spiel ist es auch, das Der Geschmack von Leben über die eine oder andere Länge trägt. Da es aufgrund der Geschichte immer wieder notwendig ist, dass die Darstellerin textilfrei agiert, kommen Freunde weiblicher Anatomie hier natürlich auch voll auf ihre Kosten. Dazu ist sie mehrfach bei der Ausübung von Cumshots zu sehen. Diese wirken durch die Bank weg so, als kamen hier keine Filmtricks zum Einsatz. Und das ist nicht das Einzige, mit was Regisseur Roland Reber sein Publikum zu provozieren versucht. Ob es nun der enttäuschte Jesus (Norman Graue, „Die Reise mit Vater“) ist, der von seinem Kreuz heruntersteigt und unzufrieden davonläuft, oder eine Swingerclub-Musical-Einlage - Der Geschmack von Leben bietet immer wieder Filmszenen, die den einen oder anderen schockieren werden. Anderen wird es vermutlich immer wieder ein schelmisches Grinsen entlocken.

Florian Tritsch                                                          

Titel: Der Geschmack von Leben
Label: wtp international

Land/Jahr: Deutschland 2018

FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 88 Min.
Verkaufsstart: 26. Oktober

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