Bette Davis verabschiedet sich mit einer herrlich schrägen Komödie
Eine geheimnisvolle alte Dame, eine Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs und jede Menge skurriler Humor: TANZ DER HEXEN verbindet Grusel, Komödie und den unverwechselbaren Charme der späten 1980er-Jahre. Gleichzeitig markiert der Film den letzten Leinwandauftritt von Bette Davis, die hier noch einmal eindrucksvoll ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis stellt.
Jenny und Steve Fischer werden nach ihrer Rückkehr aus dem Familienurlaub vor vollendete Tatsachen gestellt. Das gesundheitsbewusste Paar staunt nicht schlecht, als Jennys verwitweter Vater Sam eine neue Frau in sein Leben lässt, die mit nahezu allen Grundsätzen der Familie bricht. Die geheimnisvolle Miranda raucht ununterbrochen, füllt den Kühlschrank bis zum Rand mit Fleisch und stellt den Alltag ihrer neuen Familie auch sonst gehörig auf den Kopf – für die überzeugten Vegetarier und Nichtraucher eine echte Herausforderung.
Als Sam seine Tage zunehmend vor dem Fernseher verbringt und sich ausschließlich für Spielshows zu interessieren scheint, während Mirandas Verhalten immer merkwürdiger wird, beschließen Jenny und Steve, einen Privatdetektiv einzuschalten. Dieser entdeckt schon bald, dass die gewitzte ältere Dame keineswegs diejenige ist, für die sie sich ausgibt.
TANZ DER HEXEN trägt einen bittersüßen Unterton in sich. Es handelt sich um den letzten Filmauftritt von Bette Davis, die kurz nach der Premiere im Jahr 1989 verstarb und den späteren Kultstatus des Films nicht mehr erleben durfte. Gerade deshalb kommt ihrer Darstellung eine besondere Bedeutung zu.
Die legendäre Schauspielerin zeigt sich noch einmal in Bestform. Mit ihrer unverwechselbaren Mimik, perfektem komödiantischem Timing und einer beeindruckenden Leinwandpräsenz sorgt sie immer wieder für große und kleine Schmunzler. Ihr Charisma trägt den Film mühelos und verleiht selbst den absurdesten Szenen eine besondere Glaubwürdigkeit.
Doch TANZ DER HEXEN funktioniert nicht nur als Abschiedsvorstellung einer Hollywood-Ikone. Die Produktion versprüht den einzigartigen Charme des späten 1980er-Jahre-Kinos und bewegt sich stilistisch irgendwo zwischen „Beetlejuice“ und „Ghostbusters“. Der Humor ist herrlich überdreht, verliert dabei aber nie völlig den Boden unter den Füßen.
So bleibt am Ende nicht nur ein würdiger letzter Auftritt für Bette Davis, sondern auch eine angenehm verrückte Komödie, die den Zeitgeist ihrer Entstehungszeit perfekt einfängt und selbst Jahrzehnte später noch jede Menge Spaß bereitet.
BJÖRN BACKES
Regie: Larry Cohen
Label: Pidax
Land/Herstellungsjahr: USA 1989
Laufzeit: ca. 89 Min.
FSK: ab 16
Larry Cohen, Bette Davis, TANZ DER HEXEN
- Erstellt am .