
Showdown im Käfig
Prominenter Cast, brachiale Fights – und inhaltlich reichlich simpel und vorhersehbar: Das Martial Arts-Actiondrama BEAST liegt nun im Heimkino vor.
Der australische Kampfsportler Bren Foster erlebte in den letzten Jahren einen ordentlichen Karriereschub. Nachdem er böse Schergen in seinem Regiedebüt „Life After Fighting“ brachial und bluttriefend quer durch einen Dojo prügelte und zur Freude von Martial Arts-Fans auch in „Mexicali“ wieder die Fäuste sprechen ließ, steht demnächst mit „Relentless“ ein weiteres Action-Feuerwerk ins Haus, bei dem er hinter der Kamera an vielen Gewerken beteiligt war. In BEAST choreografierte er die Käfigkämpfe und verkörpert durchaus süffisant den hinterhältigen Antagonisten.
Vor elf Jahren ist Patton James (Daniel MacPherson) als ungeschlagener Champion des Mixed Martial Arts abgedankt. Mit Luciana (Kelly Gale) und Töchterchen Maddie (Sol Nc Carrico) hat er sich eine kleine Familie aufgebaut und schlägt sich wenig einträglich als Fischer durch. Nachdem Erzrivale Xavier Grau (sieht mit blondierten Haaren über Undercut auf dem Kopf aus wie ein Pinsel: Bren Foster) mit einer Unsportlichkeit seinen Bruder Malon (Mojean Aria) bei einem MMA-Kampf auf die Bretter geschickt hat, erhält Patton ein fast unwiderstehliches Angebot für eine Revanche...

Eine Laufzeit von satten anderthalb Stunden mit einer Vielzahl von Trainingsmontagen und wiederholten Szenen zur Betonung der Rivalität geht vorüber, bis sich die beiden Konkurrenten endlich in einem (offiziellen) Titelkampf im Mixed Martial Arts gegenüberstehen. Dabei bleibt das Skript vom sich etwas zäh hinziehenden Martial Arts-Actiondrama BEAST äußerst dünn: Warum Patton im Knast gesessen hat, Töchterchen Maddie „einen Spezialisten“ braucht oder Pattons einstiger Förderer Sammy (nach seiner Rolle als Hermann Göring in „Nürnberg“ immer noch dick: Oscar-Preisträger Russell Crowe) an Krücken geht, bleibt unerzählt. Es dominieren testosterongeschwängertes Machismo-Gebelle und archaisches Gebrülle, wenn Patton für den Kampf zum Tier wird. Immerhin entfalten die blutigen und knallharten Kampfszenen in BEAST dann eine physische Wucht, die das Publikum direkt in die Magengrube trifft.
Aus dem Bonusmaterial sticht ein Video-Interview mit Bren Foster heraus, der darin seine ersten Berührungspunkte mit Kampfsport (Karate-Stunden im Alter mit 6 und ein erstes Kickbox-Turnier mit 12 Jahren) Revue passieren lässt und Respekt für Kämpfer einfordert. Den bringt ihr aber die lustlos und pflichtschuldige Interviewerin mit viel zu großer Brille nur bedingt entgegen, die das Gespräch nach 12 Minuten etwas abrupt abbricht. Immerhin ist sie sichtbar, während sich die Fragensteller bei Daniel MacPherson und Luke Hemsworth hinter der Einblendung ihres Namens versteckten. Die kurzen Schnipsel vom Special Screening in L.A. inklusive kurzer Interviews am roten Teppich bleiben dagegen unergiebig.
LUTZ GRANERT
Titel: BEAST
Label: Plaion Pictures
Land/Jahr: USA/AUS 2026
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 114 Min.
Verkaufsstart: 25. Juni
Bren Foster, MMA, Mixed Martial Arts, beast, plaion pictures
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