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Kitsch unter Palmen

Korallen retten, die große Liebe finden und dabei aussehen wie aus einem Reisekatalog gefallen: LOVE ON THE REEF: VERLIEBT UNTER PALMEN liefert exakt das, was man erwartet. Und manchmal leider noch etwas weniger.

Zumeist beginnen Liebeskomödien als lockere Komödie, um dann spätestens nach kurzer Zeit in ein zuckersüßes Etwas mit obligatorischem Happy-End abzudriften. Auch LOVE ON THE REEF: VERLIEBT UNTER PALMEN folgt diesem Naturgesetz mit bewundernswerter Konsequenz. Überraschungen gibt es hier ungefähr so viele wie Regenwolken auf einer tropischen Postkarte.

In der Hauptrolle ist Ansley Gordon zu sehen, die wohl eines Tages beschlossen hat, sich mit Titel wie „A Perfect Christmas Pairing“, „Backduell um die Krone und das Herz des Prinzen“ oder „Baked with a Kiss“ zur Königin der charmant belanglosen B-Wohlfühlromanzen krönen zu lassen. Bei vielen davon war Gordon übrigens nicht nur Hauptdarstellerin, sondern verfasste auch das Drehbuch.

Diesmal spielt sie die Meeresbiologin Isla Waters. Und ja, sie heißt tatsächlich Waters. Subtilität wurde hier vermutlich schon vor Drehbeginn über Bord geworfen. Isla kämpft für den Schutz eines Korallenriffs. Ein Thema, das tatsächlich wichtig wäre. Der Film nutzt es allerdings eher wie andere Produktionen einen süßen Hundewelpen oder ein Café mit Cupcakes.

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Unterstützung bekommt sie vom ehemaligen Surf-Champion Liam Smith, gespielt von „Love at the Lodge“-Darsteller Marc Herrmann.  Liam ist natürlich entspannt, geschniegelt und besitzt die emotionale Tiefe eines Cocktail-Schirmchens. Entsprechend dauert es keine zehn Minuten bis klar wird, wohin die Reise führt. Erst Streit. Dann bedeutungsvolle Blicke. Danach Sonnenuntergang. Das Genre arbeitet schließlich nach festen Ritualen.

Überraschend ist höchstens, wie unbeholfen manche Dialoge wirken. Einige Szenen fühlen sich an, als hätte man Motivationssprüche aus Kalendern zu einem Drehbuch zusammengesetzt. 

Immerhin sieht das alles recht hübsch aus. Das Meer glitzert zuverlässig, die Palmen wackeln dekorativ im Wind und der Film vermeidet größere Längen. Das hebt ihn zumindest leicht über den üblichen Streaming-RomCom-Schnitt hinaus.

Zwar ist LOVE ON THE REEF: VERLIEBT UNTER PALMEN ganz sicher kein großer Wurf geworden, doch für einen Abend mit ausgeschaltetem Gehirn und eingeschaltetem Fernweh reicht es am Ende, wenn man seine Erwartung etwas herunterschraubt.

PETER ELWE

Titel:  LOVE ON THE REEF: VERLIEBT UNTER PALMEN
Label:  Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2023
FSK & Laufzeit: ab 0, ca. 90 Min.

LOVE ON THE REEF, Liebesfilm, Ansley Gordon, Tiberius Film

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