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Teuflische Einladung

DVD-Premiere eines bisherigen VHS-Only-Klassikers: EXIT – AUSGANG INS NICHTS ist ein Frühwerk von Wes Craven, das vor allem auf Spannung und SciFi-Elemente setzt.

Zu Beginn der 80er Jahre drehte Wes Craven insgesamt drei Produktionen fürs Fernsehen, die weit weniger grafisch in der Gewalt daherkamen als seine Kinofilme. Eine davon war ein schon nach damaligen Gesichtspunkten reichlich harmloser, aber durch viele surreale Szenen optisch interessanter Grusler namens EXIT – AUSGANG INS NICHTS (besser passender Originaltitel: „Invitation to Hell“), der am 24. Mai 1984 auf dem US-Sender ABC seine TV-Premiere feierte – also fast ein halbes Jahr vor dem Kinostart seines ikonischen Horrorklassiker „Nightmare – Mörderische Träume“.  

Hier tritt Matthew Winslow (Robert Urich) im Städtchen Steaming Springs eine lukrative Stelle als Projektleiter bei einer Firma namens Micro-Digitech an, die einen für eine Venus-Mission konzipierten Raumanzug perfektionieren will. Schnell drängen ihn sein Kollege Tom Petersen (Joe Regalbuto) und auch die rätselhafte Jessica Jones (Susan Lucci, aktuell in „Outcome“ als Mutter von Keanu Reeves zu sehen) für ein weiteres Emporklettern zu einer Mitgliedschaft im exklusiven Country-Club. Doch Matthew bleibt skeptisch – und kommt bald dem erschreckendem Geheimnis des Wellness- und Sport-Vereins auf die Spur…

Das Grauen bleibt in EXIT – AUSGANG INS NICHTS abseits von Gore-Einlagen oder allzu finsteren jump scares subtil und wird gerade beim Betreten des regelrecht brodelnden Zugangs für das (vermeintliche) Aufnahmeritual mit einigen Anleihen am Science-Fiction-Genre angereichert. Für Spannung sorgt etwa der intelligente Raumanzug, der mittels Sensorik sofort menschliche und nicht-menschlichen Lebensformen erkennt und Familienhund Albert, der auch aufzeigt, dass sich irgendetwas verändert hat. Gerade in der Schlussviertelstunde beeindruckt der bis dahin eher in gemächlichen Tempo erzählte Film durch ein beeindruckendes Setdesign einer düsteren, fast schon prähistorischen (Unter-)Welt, für die der trotz allem effektreiche Streifen für einen Emmy nominiert wurde.

Die Bildqualität der DVD bringt annehmbare Schärfewerte mit, Nachzieheffekte oder Bildfehler wie bei VHS-Mastern sind nicht zu finden. Als Bonus finden sich nur ein kurzer US-TV-Spot und der Trailer auf der Scheibe. Auch wenn eingelegte Flyer mit QR-Codes zu Booklets in der From The Vault-Reihe vom Label WMM eine Unsitte sind, so findet sich in dem verlinkten 13-seitigen Text von „Dead Ends“-Chefredakteur Mike Blankenburg (zwischen Seite 3 und 4 scheint wegen eines holprigen Übergangs ein Passus zu fehlen) neben einigen aus der IMDb übernommenen Produktionsnotizen auch ein Hinweis zur Einordnung ins Oeuvre des Meisters. „[D]ie Angst vor gesellschaftlicher Kontrolle und die Unterwanderung des Individuums durch eine manipulative Umwelt“ (Zitat) finde sich als Motiv etwa auch in „Wes Cravens Haus der Vergessenen“ (1991) wieder.

LUTZ GRANERT

Titel: EXIT – AUSGANG INS NICHTS
Label: WMM (Cargo Records)
Land/Jahr: USA 1984
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 91 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

horror, Wes Craven, exit, cargo records

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