Blaublüter will grüne Steinchen von Blondine
Ein Alien hat etwas auf der Erde verloren. In LOOKOUT – DER TURM will es das Zurück – hat dabei aber nicht mit Rangerin Melissa gerechnet.
Das kann nicht von dieser Welt sein: Sieht aus wie ein Mensch, ist ziemlich schnell und kräftig, aber blutet blau. Böse Zungen könnten behaupten, in LOOKOUT – DER TURM habe sich der Regisseur beim „Predator“ bedient und sich das berühmte blaue Licht aus „Rambo: II“ gemopst, alles verquirlt und zu einer Art Survival-Horror mit seeeehr viel Wald und seeeehr wenig Action zusammengeklebt. Wohlwollender gesprochen ist LOOKOUT – DER TURM nette Unterhaltung mit einer hübschen Rangerin, die statt Waldbrände nun ein Alien entdeckt, das seine grünen Steinchen zurückhaben will.
Melissa hat einen neuen Job. Sie will ihre Ruhe und sich auf das Wesentliche besinnen, darum hat sie sich freiwillig gemeldet. Als Rangerin soll sie einen Monat allein auf einem Aussichtsturm verbringen, dort leben und Wache halten. Zweimal am Tag erstattet sie einen zweiminütigen Bericht, ob es Waldbrände gibt oder nicht. Ansonsten: Einsamkeit.
So ganz alleine ist sie dann doch nicht. Wilderer streifen umher, Wanderer schlagen ihre Zelte auf – und eines Nachts fällt ein grünschimmerndes Ding vom Himmel. Das bietet ein cooles Grundgerüst, krankt aber in fortgeschrittener Laufzeit an einem nur leidlich spannenden Drehbuch.

Nach dem Motto „Es blutet, also kann man es töten“ ist der zentrale Konflikt leider innerhalb von zehn Minuten im Grunde abgehandelt. Der Rest ist viel Wald, eine melancholisch dreinblickende Frau und ein klitzekleines bisschen Paranoia.
Andererseits ist der Film fast ein Ein-Personen-Stück: Stefan Colson verantwortet von Regie über Drehbuch bis zur Musik so gut wie alles selbst. Und dafür gebührt ihm Respekt. Zum Ergebnis kann man ihm durchaus gratulieren.
Für den nächsten Streich darf der gut gemeinte Rat lauten: weniger ist mehr – und Aufgaben besser verteilen. Da steckt definitiv Potenzial drin.
MARCUS CISLAK
Regie: Stefan Colson
Label: Tiberius Film
Land/Herstellungsjahr: USA 2025
Laufzeit: 82 Minuten
FSK: ab 16
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