Paartherapie mit Kettensäge
Ein Wochenende und jede Menge Sex: Der Psycho-Horrorthriller BONE LAKE liegt im Verleih der Busch Media Group ab sofort in vier Covervarianten im limitierten Mediabook (mit Interviews als Bonus) und digital vor.
Ein komplett entblößtes Pärchen rennt in panischer Angst vor seinen Verfolgern durch den Wald. Pfeile fliegen und treffen ihr Ziel – bei ihm quer durch den Hodensack, was in expliziter Nahaufnahme gezeigt wird. Bei männlichen Zuschauern ist Phantomschmerz garantiert! Erste Assoziationen an zünftigen 80er-Jahre-Horror à la der „Freitag, der 13.“-Filmreihe (wo auch ein Waldsee und dessen Geheimnisse eine gewisse Rolle spielen) mit etwas Nacktheit, etwas Softsex und bluttriefenden kreativen Kills werden wach. Doch BONE LAKE schaltet nach dem furiosen Auftakt erst einmal mehrere Gänge runter – und köchelt als züchtiger Psychothriller bis zum zünftigen Finale auf Nackedei-Sparflamme vor sich hin.
Der ambitionierte, aber von Selbstzweifeln geplagte Autor Diego (Marco Pigossi) hat übers Wochenende eine riesige abgelegene Villa an einem See gemietet, weil er Freundin Sage (Maddie Hasson) einen Heiratsantrag machen will. Doch mit der Romantik ist es vorbei, als der sportliche Will (Alex Roe) und die einfühlsame Cin (Andra Nechita) auftauchen – scheinbar wurde die Prachtbude doppelt vermietet. Beide Pärchen arrangieren sich miteinander und scheinen sich gut zu verstehen. Doch dann stellen Will und Cin mit eindeutigen Annäherungsversuchen die Treue des anderen Pärchens auf die Probe... 
Als Diego Sage beim Masturbieren in der Badewanne erwischt, folgt ein langer Dialog um Gleichberechtigung in der Beziehung und Sinn und Unsinn von Sexspielzeug – das später nach dem Aufbrechen eines verschlossenen Raums in Hülle und Fülle zum Vorschein, aber nie zum Einsatz kommt. Die Grenzen US-amerikanischer Sehgewohnheiten werden nach dem vielversprechenden Auftakt nie wieder ausgelotet, dafür sorgen hinterhältige Psychospielchen zumindest phasenweise für etwas Spannung. Beeindruckend ist dabei die Kameraarbeit von Nick Matthews („Saw X“), der um originelle Perspektiven oder auch einfallsreichen Fahrten wie einem Vertigo-Effekt in den weiten Fluren der Villa nicht verlegen ist. Seine kraftvollen Visuals und ein paar saftige Gore-Einlagen zum schwarzhumorigen Finale machen BONE LAKE zu einem soliden Genre-Beitrag.
LUTZ GRANERT
Titel: BONE LAKE
Label: Busch Media Group
Land/Jahr: USA 2024
FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 94 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht
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