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Augenzwinkernder Science-Fiction

Jack the Ripper auf Zeitreise: FLUCHT IN DIE ZUKUNFT verbindet viktorianischen Horror mit augenzwinkernder Science-Fiction und jeder Menge 70er-Jahre-Charme. Trotz holprigem Finale überzeugt der Film durch kreative Ideen, liebenswerte Gags und ein ungewöhnliches Duell zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

1893 lädt Wissenschaftler H. G. Wells (Malcolm McDowell) seine Freunde zur Vorstellung seiner Zeitmaschine ein. Der Chirurg John Leslie Stevenson (David Warner) ist bei einem spontanen Besuch von Scotland Yard plötzlich spurlos verschwunden, als er nach dem jüngsten Prostituiertenmord als Killer Jack the Ripper entlarvt wird. Wells reist ihm hinterher ins San Francisco des Jahres 1979 und lernt dort die forsche Bankangestellte Amy Robbins (Mary Steenburgen) kennen und lieben. Stevenson mordet dort fleißig weiter …

Nicholas Meyer konnte in seinem Regiedebüt längst nicht alle Time-Clash-Gags unterbringen, sodass er sich Pointen wie Begegnungen mit Punks oder weitere zivilisationskritische Statements später in „Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart“ unterbrachte. Das wird im dreiminütigen Extra „Trailers From Hell“ angesprochen.

Auch wenn der naive Plot nur sporadisch spannend ist, das Finale um einen gezogenen Schlüssel antiklimaktisch in die Hose geht, macht FLUCHT IN DIE ZUKUNFT in HD-Qualität mit hohem Schärfegrad gerade wegen vieler knuffiger Pointen um enttäuschende schottische Restaurants (McDonald’s), elektrische Zahnbürsten und schreckhaftes Verkriechen bei einer Kriegsszenerie im Kino Spaß. Wer nach 23 Minuten in einer Museumsszene genau hinschaut, kann das spätere Teenie-Idol Corey Feldman („Stand by Me“) in seiner ersten kleinen (und stummen) Filmrolle entdecken.

LUTZ GRANERT

Titel: FLUCHT IN DIE ZUKUNFT
Label: Plaion Pictures
Land/Jahr: USA 1979
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 112 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

 

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