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Ein Meisterwerk von David Lynch

Ein gefundenes Ohr, eine schöne Sängerin — und ein Abstieg in eine dunkle Welt hinter perfekter Vorstadtfassade: BLUE VELVET zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Normalität und Albtraum wirklich ist.

David Lynchs BLUE VELVET schiebt Rauch unter die Vorstadtdecke, entblößt ihre glänzende Fassade und lässt uns durch ihren Spalt spähen. Der junge Jeffrey, gespielt von Kyle MacLachlan, entdeckt eines Tages ein abgetrenntes Ohr. Aus dieser Entdeckung entspinnt sich für ihn ein Netz aus bald psychopathischer Obsession, die ihn immer weiter in einen Sumpf aus Gewalt und Drogen zieht. 

In diesem Sumpf lernt er Dorothy kennen, die von der wunderbaren Isabella Rossellini verkörpert wird. Allerdings lernt er gleichzeitig auch den nicht ganz so wunderbaren Frank Booth kennen. Dieser wird von Dennis Hopper in einer so starken Performance dargeboten, dass es euch nicht nur einen Schauer über den Rücken jagen wird. Ergänzt wird das Ensemble von einer noch recht jungen Laura Dern, die die moralische Ambivalenz des Films darstellt. 

Lynch verbindet meisterlich musikalische Motive, klaustrophobe Bildkompositionen und eine träumerische Erzählweise. Abgerundet wird das Ganze durch den Score und die dargebotenen Bilder; diese schaffen eine Atmosphäre, die das Banale ins albtraumhafte kippen lässt. Blue Velvet ist mutig, beklemmend und unvergesslich — ein Film, der durch seine drei Hauptdarsteller emotional geladen und meisterhaft getragen wird.

JULIAN GABELUNKE 

Titel: BLUE VELVET
Regie: David Lynch
Label: Plaion Pictures 
Land/Herstellungsjahr: USA 1986
FSK & Laufzeit: ab 12, ca. 120 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

 

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