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Der Riesenpenis schlägt wieder zu

Auch SEX AND ZEN II setzt wieder auf abseitigen Erotikklamauk rund um männliche Genitale – erstmals ungeschnitten und in körniger, aber scharfer HD-Qualität. 

In den meisten Fällen reichen Fortsetzungen in Qualität und Einfallsreichtum nicht an das Original heran, deswegen wird häufig nach dem Motto „Mehr ist mehr“ verfahren. Das ist auch beim Sequel des berüchtigten Hongkonger Skandalfilms „Sex & Zen“ (1991) so. Ein angenähter Pferdepenis wird hier durch ein mechanisches Exemplar mit allerlei bizarren Rotations- und schon beim Hinsehen schmerzhaften Aufspreizfunktionen getoppt. Dabei ist vom detailreich-farbenfrohen Schwelgen in aufwändigem historischem Dekors des Erstlings beim ungleich preisgünstiger und tatsächlich noch schmieriger anmutenden Nachfolger in nahen Einstellungen und enervierenden, schrägen Kamerafahrten nicht mehr viel übrig geblieben.

Sai-mun Kin (Elvis Tsui) ist ein sexbesessener Patriarch, der seine Männlichkeit beim Hoden-Tauziehen gegen einen Stier unter Beweis stellt. Da er um die Lüsternheit der Männer weiß, gestattet er seiner wissenshungrigen Tochter Sai-mun Yiau (Loletta Lee) nur in Keuschheitsrüstung einen Schulbesuch. Als ihr Mitschüler Fa-tau (Tat-Wah Lok) an selbigem Panzer einen Großteil seines besten Stücks verliert, erhält er eine mechanische Prothese. Unterdessen schleicht sich die „Herrin der Illusionen“ Tsui (Shu Qi) ins Haus der vermögenden Familie und will durchs Aussaugen der Lebensenergie ihrer Sexpartner nach dem Buch „Das Geheimnis der Jungfräulichkeit“ gottgleiche Macht erlangen.

SEX AND ZEN II bietet reichlich irrwitzigen und albernen Erotikklamauk, etwa wenn Kins infantiler Sohn nicht rafft, wie er in der Hochzeitsnacht sein „Pinkelding“ in das seiner Frau stecken soll – die deswegen vom animalischen Schwiegerpapa befriedigt wird. Unruhig geschnittenes Kopulieren auf einem merkwürdigen Tentakel-Wesen (der an Hentai-Pornos erinnert) und ein siebenminütiger Sex-Showdown zwischen der zum Zwitterwesen mutierten Magierin und Yiau (siehe Foto), bei dem verliert, wer zuerst kommt, sorgen bei dieser von Man-Kei Chin holzhammerartig und ohne Gespür für Sinnlichkeit und Atmosphäre inszenierte Softsex-Orgie für weitere fragwürdige Höhepunkte. 

Als Extra ist auf der Blu-ray neben der um eine Minute längeren Langfassung ein Bonusfilm in ausgeblichener VHS-Qualität enthalten. In „Shu Qi – Naked Dreams“ räkelt, badet oder duscht sich die gleichnamige, spärlich oder gar nicht bekleidete Erotikdarstellerin in bester „Tutti Frutti“-Tradition 91 Minuten lang unterlegt von dudeliger Musik wortlos.  

LUTZ GRANERT

Titel: SEX AND ZEN II (Cover B)
Label: Shamrock Media (Cargo Records)
Land/Jahr: Hongkong 1996
FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 88 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

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