#SchleFaz trifft John Sinclair
Seit Jahren leiht Dietmar Wunder John Sinclair seine Stimme. Nun wird Hörspielhelden auch ein sichtbarer: Für die Kultreihe #SchleFaZ schlüpft er am 02. Oktober auch physisch in die Rolle des berühmten Geisterjägers.
Vor einem Jahr haben wir Oliver Kalkofe und Peter Rütten gefragt, ob ein John-Sinclair-Film irgendwann bei #SchleFaZ landen könnte. Das volle Interview könnt Ihr hier nachlesen. Oliver sagte uns damals, die Filme stünden weit oben auf seiner Wunschliste. Und nun ist es soweit: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR: DIE DÄMONENHOCHZEIT ist bei #SchleFaZ gelandet – ein guter Grund mit John Sinclairs Stimme Dietmar Wunder zu sprechen.
Hallo Dietmar. Es ist total spannend, deine Stimme zu hören, weil ich sie schon so oft in meinem Leben irgendwo gehört habe.
Das freut es immer sehr, weil ich diesen Job auch wirklich liebe und immer wieder sage: Wie toll ist das, dass ich etwas machen kann, was Leute erfreut. Dass du sagst, ich höre dich mal so viel. Das ist echt ein schönes Gefühl.
Bald treffen zwei Themen aufeinander, bei denen Deine Stimme fest dazu gehört: #SchleFaZ, bei dem Du für die Anmoderationen verantwortlich bist, und John Sinclair. Das perfekte Match eigentlich.
Ja, ja, das ist wirklich schön.
In unserem Interview mit Peter und Oliver zu #SchleFaZ 175 meinte Oliver schon: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR: DIE DÄMONENHOCHZEIT muss eigentlich irgendwann bei #SchleFaZ laufen – und wenn ja, dann nur mit dir. Und jetzt ist es tatsächlich so weit. Hast du den Film eigentlich schon einmal gesehen, bevor du jetzt dabei warst?
Nein, hatte ich nicht. Ich habe letztens jemanden getroffen, der den Film kannte, und meinte: „Na ja“, um es mal so zu sagen.
Und jetzt nachdem du ihn kennst. Was glaubst Du, würde John Sinclair selber über diesen Film, sagen?
Also, er würde wahrscheinlich sagen: „Das hatte ich mir anders vorgestellt.“
Wie ist der #SchleFaZ dazu denn entstanden? Du wurdest wahrscheinlich von Oliver kontaktiert?
Genau. Ich kenne Oliver schon lange und war auch schon als Gast beziehungsweise Anmoderator in einigen #SchleFaZ-Folgen zu hören. Und dann hat Olli irgendwann gesagt: „Na, hier, wir haben hier die DIE DÄMONENHOCHZEIT von Sinclair und da müssen wir doch irgendwas zusammen machen.“ Da habe ich gesagt: Das ist eine super Idee. Da haben wir uns zusammengesetzt und überlegt: Was können wir machen? Und dann haben wir irgendwann einen Drehtermin vereinbart und das Ganze an einem Wochenende gedreht.
Wie war der Dreh?
Das war ein ganz, ganz großes Fest, weil es halt auch so viel Spaß gemacht hat – sowohl als der Geisterjäger himself, als John Sinclair in dieser Folge zu erscheinen, als auch überhaupt, dass ich als Dietmar Wunder natürlich mit dem Kostüm und allem drum und dran halt John Sinclair spielen durfte.
Ich spreche John Sinclair im Hörspiel, dann geht es um einen Film, der ja letztendlich mit anderen Schauspielern gedreht wurde, und ich darf dann als die Figur aus dem Hörspiel in persona mit dem Kostüm in dieser Show auftreten. Und das war als Gesamtkonzept einfach ein ganz großer Spaß.
Dietmar Wunder (Bild: © Bastei Lubbe AG)
Das klingt in jedem Fall schon spannend. Aber es geht noch weiter: Du bist ja auch am Tag der Deutschen Einheit bei #SchleFaZ Live dabei. Kannst du schon ein bisschen verraten, worauf man sich dort zusätzlich freuen darf?
Dass einige Überraschungsgäste da sein werden, die auch mit dem John-Sinclair-Universum zu tun haben. Und dass wir natürlich live auf der Bühne sind, wo dann eine andere Art von Show, mit Interviews und Gesprächen stattfindet, die so in der Folge nicht vorkommen.
Das heißt, man sieht sowohl die Folge, die später ausgestrahlt wird, als auch auf der Bühne noch einige Acts, die bisher nicht verraten werden.
Man darf also gespannt sein. Und allgemein ist es natürlich super, Dich jetzt auch einmal im Kostüm zu sehen, nachdem du schon so viele Jahre die Stimme von John Sinclair bist.
Das war seinerzeit mit der Folge 100 bei den offiziellen John-Sinclair-Folgen. Da gab es ja dann diese Übergabe zwischen dem alten John Sinclair und dem neuen John Sinclair, was ich dramaturgisch sehr gelungen fand, wirklich.
| Mehr von Dietmar Wunder? Unser Interview zum John-Sinclair-Jubiläum. |
Und ich hatte ja vorher wirklich schon auch die Ehre und die Freude, dann den jungen John Sinclair in den John-Sinclair-Classics sprechen zu dürfen. Aber natürlich sprichst du nicht nur John, sondern bist auch sehr oft als Synchronsprecher zu hören. Macht dir aktuell die Entwicklung beim Thema KI-Stimmen Angst?
Da ich prinzipiell immer jemand bin, der nicht gerne Angst hat oder sich von Angst leiten lässt, sage ich mal so viel dazu: Natürlich, KI wird kommen, ist da und ist auch ein Thema in unserem Beruf.
Meine Hoffnung ist, was ja teilweise auch momentan schon zu sehen ist, dass der Wunsch und auch das Bestreben der Leute stärker wird zu sagen: „Wir wollen ja gar keine künstlichen Stimmen hören. Was ist denn daran so toll?“ Und dass die Leute dann auch sagen: Na ja, okay, wenn es jetzt kleinere Sachen sind oder meinetwegen Hilfsmittel zur Unterstützung, alles super, kann man gerne machen. Mehr aber nicht.
Du bist also nicht generell gegen den Einsatz von KI?
Wenn man Hintergründe vertonen will, ja. Aber ich sage auch da natürlich: Es geht ja darum, es sind Menschen, die diesen Job lieben, die da arbeiten und die damit natürlich auch ihren Lebensunterhalt verdienen.
Und die jetzt sozusagen einfach mal ins Nirwana zu entlassen und zu sagen: „Wir brauchen euch nicht mehr“, ist natürlich eine sehr brutale Herangehensweise, weil du machst die Leute damit überflüssig.
Gut, da gibt's welche, die sagen, das gab es immer schon in der Evolution, in der Industrialisierung, dass das und das überflüssig wurde. Aber bei mir ist auch ein ganz wichtiges Thema: Die Stimme macht ja im Grunde genommen den Menschen aus.
Du sagst, die Stimme macht den Menschen aus. Was ist es denn genau, was eine menschliche Stimme so besonders macht?
Der Mensch ist zwar durch das Äußerliche auch präsent, aber die Stimme ist etwas ganz, ganz Besonderes. Es gibt die Stimme nur ein einziges Mal. Jede Stimme ist einzigartig. Das heißt, es gibt keine Stimme ein zweites Mal. Und dass man das dann sozusagen künstlich herstellt, ist für mich fragwürdig. Die Stimme transportiert Gefühle. Aussehen kann auch eine Emotion hervorrufen, aber viel, viel mehr tut das die Stimme. Das heißt, die Stimme bringt uns zum Lachen, bringt uns zum Weinen. Dadurch kannst du meine Freude empfinden, dadurch kannst du vielleicht auch Angst haben.
| Mehr von John-Sinclair-Sprechern? Gregor Höppner im Interview. |
Kann eine KI-Stimme solche Emotionen erzeugen?
Wenn jetzt eine KI-Stimme Emotionen erzeugt, ist das eine Lüge. Das sind ja keine echten Emotionen, die diese KI hat. Die kann ja keine echten Emotionen haben. Es ist ja alles nur nachgemacht.
Und da stelle ich immer wieder die Frage: Wollen wir denn belogen werden durch gefakte Emotionen? Also ich nicht, und ich glaube, der Großteil der Menschheit wird es auch nicht.
Und in dem Zusammenhang sage ich mal einfach: Es ist doch nichts schöner, als wenn wir – genau wie du sagst – miteinander sprechen und du sagst: „Hey, ich höre jetzt deine Stimme und ich verbinde damit so viel“, seien es jetzt meine Adam-Sandler-Filme, die James-Bond-Filme oder eben John Sinclair. Und dadurch rufe ich ja Erinnerungen und auch wieder Emotionen wach bei dir und bei jedem anderen.
Geht es dir auch so?
Ja, wenn ich jetzt jemanden höre wie zum Beispiel Frank Glaubrecht, eine meiner großen Ikonen. Sobald ich Filme mit seiner Stimme höre, da bekomme ich ein Lächeln: Was für tolle Erinnerungen ich habe. Und das passiert nicht mit einer KI.
Eine KI wird auch nicht persönlich auftreten können. Und sie wird auch nicht das bewegen können, was wir damit verbinden, mit Erinnerungen an meine Kindheit, an schöne Momente, an vielleicht auch sehr emotionale Momente.
Und da stelle ich wieder die Frage: Wenn wir das wollen, ist das ein ziemlich trauriges Statement für die Menschheit und für das, was Menschen eigentlich ausmacht, nämlich das Menschliche.
#SchlefaZ ist am 02.10. live in Berlin. Die Folge wird am 30. Oktober 2026 auf NITRO TV und auf RTL+ ausgestrahlt.
Du erwähnst gerade: Man erkennt die Sprechenden. Wie ist es denn bei dir? Kannst du eigentlich tatsächlich selber noch einen Film oder eine Serie genießen oder hörst du dann immer schon: „Ach, das ist die Kollegin oder der Kollege“?
Nein, also für mich ist es so: Ich kann total abschalten und ich liebe es ehrlich gesagt auch, Filme in synchronisierter Fassung zu hören und zu sehen. Und klar denke ich dann auch: „Ach, guck mal, das ist der oder das ist die.“ Aber ich vergesse das ganz schnell und außerdem ist es für mich wirklich schön. Ich freue mich über die Gefühle, die transportiert werden. Der Film ist für mich einfach genauso schön.
Und wenn du etwas im Original siehst, kommt dann nicht der Gedanke: „Das würde ich so synchronisieren“?
Auch wenn ich einen Film im Original sehe sehe, schalte dann komplett ab oder tauche voll in den Film ein und vergesse über synchron nachzudenken.
Dazu bist du ja auch immer wieder in Computerspielen zu hören, beispielsweise in Hit-Reihen wie „Assassin’s Creed“ oder „Fallout“. Es gibt immer wieder mal Gerüchte über ein neues John-Sinclair-Computerspiel – weißt du irgendwas dazu?
Davon habe ich leider noch nichts gehört, aber das wäre natürlich großartig. Wäre ich sofort dabei. So ein Spiel würde wirklich funktionieren, dass du dann halt sozusagen als Spieler oder Spielerin sagst: „Okay, jetzt bin ich John“ oder „Ich gehe mit John auf Geisterjagd oder Dämonenjagd.“
Wäre auf jeden Fall mega spannend.
Aber auch ohne das bist du ja aktuell sehr ausgelastet. An was arbeitest du gerade alles?
Im September erst war ich schon sehr viel unterwegs als Moderator. Ich durfte in Leipzig das Jubiläum für eine Automarke moderieren. Dann war ich bei einem Musikfest. Und dann bin ich natürlich am 03. Oktober beim #SchleFaZ-Live-Event, auf das ich mich auch sehr freue.
Und dann bin ich jetzt auch viel mit Hörspielproduktionen in allen möglichen Genres beschäftigt, nicht John Sinclair, sondern anderen Geschichten. Ich darf ja auch in einer Hörspielreihe Frankenstein sein, und das werde ich jetzt in den nächsten Tagen auch wieder umsetzen.
Du bist also gerade ziemlich breit aufgestellt. Gibt es eigentlich einen Bereich, auf den du dich momentan besonders freust?
Im Oktober habe ich viele Hörbücher oder drei Hörspielproduktionen, worauf ich mich sehr freue, auch wiederkehrende Geschichten.
Dann bin ich auf dem Lesefestival im Herbst. Dann wird ein bisschen synchronisiert, für die Filme darf ich zwar noch nicht offiziell reden, aber es gibt den einen oder anderen Schauspieler, den ich regelmäßig synchronisiere, der wiederkehrend ist, und da freue ich mich auch sehr drauf.
Und dann stehe ich auch wieder vor der Kamera selber in einer jungen Filmproduktion, wo ich sozusagen einen recht schweigsamen, eiskalten Killer spiele – was wirklich schön ist, weil ich nicht viel reden muss.
Und dann habe ich auch wieder Synchronregie zum Herbst hin.
Und dann gibt es auch noch „The Sound of Bond“.
Das klingt nach einem ziemlich vollen Programm. Was steckt hinter „The Sound of Bond“?
Das ist dieses große Bond-Konzert oder besser eine Konzertreihe, mit der wir seit 2023 auf Tour gehen mit einem großen Symphonieorchester, einer Band und zwei wunderbaren Solisten, einer Solistin und einem Solisten.
Und ich moderiere den Abend und da geht es den ganzen Abend um die Bond-Melodien der letzten, 64 Jahre.
Und das ist ein ganz großes Fest. Wir starten die neue Saison dieses Jahr in Luzern und touren dann durch zahlreiche Städte in Deutschland und der Schweiz.
Klingt unglaublich spannend, aber auch nach einem ziemlich dichten Terminkalender.
Ehrlich gesagt ja. Und und das ist noch nicht alles. Was mich sehr freut: Ich habe mit einem Jazz-Ensemble zusammen eine Weihnachtsshow entwickelt und die werden wir dieses Jahr wieder im Dezember aufführen. Die heißt „Swinging Until Christmas with a Wunder“. Ich moderiere ich den Abend, aber werde auch Geschichten vorlesen. Dazu gibt es Weihnachtsmusik, natürlich viele amerikanische Songs.
Das ist auch was ganz Tolles, gerade in der Weihnachtszeit. Aber ich bin wirklich sehr, sehr dankbar, sehr glücklich, dass ich so in so unterschiedlichen Bereichen, eigentlich in allen Bereichen des Schauspielberufs tätig sein kann.
Es gab übrigens schon mal ein #SchleFaz-Crossover mit John Sinclair! Unser Review findet ihr hier.
Fällt es dir dann nicht schwer, zwischen den verschiedenen Sachen umzuschalten?
Nein, das ist für mich eigentlich eher der große Spaß. Also ich sage, es ist so toll, wenn ich jetzt zum Beispiel – ich hatte jetzt vor zwei Tagen Hörspiel gemacht und es hat total Spaß gemacht.
Dann weiß ich aber auch, wenn ich dann morgen bin, bin ich sowohl im Hörspiel als auch im Synchron, und dann freue ich mich unheimlich, wenn ich jetzt vor dem Mikrofon stehe und einen Schauspieler synchronisiere.
Und wenn ich dann live auf der Bühne bin, ist es so, dass ich sage: Wie toll ist das jetzt wieder, live zu sein.
Und vor allem ist es natürlich wirklich lustig, wenn an einem Tag mehrere Sachen passieren.
Wenn ich mal ein Hörbuch mache und am gleichen Abend noch auf der Bühne moderiere, ist es für mich natürlich etwas, wo ich sage: Wow, wie cool ist das bitte. Weil ich meistens auch aus dem einen Berufszweig etwas mitnehme zur Veranstaltung. Wenn ich zum Beispiel tagsüber bei einem Hörbuch über etwas nachgedacht habe und mir dabei etwas aufgefallen ist, denke ich: Mensch, das kann ich vielleicht abends bei der Moderation erzählen oder anwenden.
Wie schaffst du es dann, zwischendrin abzuschalten? Oder vergeht Dir manchmal die Lust am Sprechen?
Das ist witzigerweise nicht so oft der Fall, dass ich sage, ich will gar nichts mehr sagen.
Ich habe eine wunderbare Familie und mit der Familie Zeit zu verbringen, ist für mich ein absoluter, ganz, ganz friedlicher Prozess, um runterzukommen. Ich höre sehr gerne Musik oder mache auch ein bisschen Musik und das sind für mich, oder mache Sport, und das sind für mich die Momente, wo ich abschalten
kann und natürlich auch eine Auszeit zu nehmen zwischendurch mal, das ist auch ganz wichtig. Das darf man nie vergessen.
Vielen Dank für das Gespräch.
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