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31. August 2026


Von: FRANK KALTOFEN

Glaube, Liebe – Jürgen Klopp?

Im Sportkontext tauchen sie oft auf: die „Ikonen“, die „Spielmacher“, die „GOATs“. Selten aber findet man den Begriff, den Sportjournalist Michael Horeni für Jürgen Klopp verwendet: Menschenfänger. Warum, erklärt er in seinem neuen Buch.

Menschenfänger ist hier im positiven Sinne gemeint – nicht als berechnend-populistisch, sondern als umfassend-populär. Anders gesagt, man kann Klopp mögen, ohne ein Fan „seines“ Clubs zu sein. Grundthese Horenis: weil er echt ist. Und Echte sind rar im Milliarden-Business des Profisports.

Horeni, der bereits mit Biografien zu Jürgen Klinsmann und den Boateng-Brüdern in Erscheinung getreten ist, zeichnet Klopps „Weg zu einer Hauptfigur des Weltfußballs“ an zweierlei nach: Menschen und Orten. Wie der Kindheit in einem evangelisch geprägten Dorf im Schwarzwald („Klopp ist selbst erstaunt, dass er über die Begrenzungen seiner Herkunft hinausgewachsen ist.“), mit dem strengen Vater, der den Sohn schon früh sportlich „formen“ will, ihm immer Leistung abfordert.

Michael Horeni stellt die richtigen Fragen an das Phänomen „Kloppo“. Gleichzeitig scheint der Biograf aber etwas zu sehr verliebt in das naheliegende und irgendwie schöne Narrativ, dass Klopps christlicher Glaube so entscheidend für seine besondere Karriere sei. Mit Sicherheit sagen kann das wohl allenfalls Jürgen Klopp selbst. Auf seine Memoiren allerdings warten wir bislang noch.

Titel: GLAUBE, LIEBE, KLOPP – JÜRGEN KLOPP UND DIE NEUERFINDUNG DES FUSSBALLS
Autor: Michael Horeni
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenzahl: 368

 

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