Radu´s Gaming Corner: Resident Evil- Eine Liebeserklärung an 30 Jahre Zombiekult!
30 Jahre Survival Horror! Grund genug eine Liebeserklärung an Resident Evil auszusprechen, deren aktueller Teil uns ein „Best Of“ der gesamten Spielereihe auf den Bildschirm gezaubert hat. Vorhang auf für unsere Liebeserklärung!
Es ist 05:40 Uhr. Mit zitternden Händen lege ich den Controller an die Seite und atme einmal tief durch. Gerade habe ich mit der letzten Kugel den Endboss erledigt. Das Adrenalin rast immer noch durch meinen Körper und ich lehne mich zufrieden zurück, während meine Augen mit dem Abspann belohnt werden. Dann schießt mir die Erkenntnis durch den Kopf, dass ich in 10 Minuten Arbeiten muss und ich beginne mich in halsbrecherischer Geschwindigkeit umzuziehen und in Richtung Arbeit zu rennen. Meine Schicht läuft super und ich habe alles im Griff; gegen Mittag bin ich fertig und laufe gemütlich nach Hause. Erst jetzt spürt mein Körper, dass ich die ganze Nacht durchgespielt habe und fordert langsam, aber sicher seinen Schlaf ein. Zuhause angekommen lege ich mich zufrieden ins Bett, schließe meine Augen und während mein Körper in den Schlafmodus wechselt muss ich lächeln, denn ich habe die Welt vor einem tödlichen Virus gerettet.

Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte und manche bleiben uns auch langfristig im Gedächtnis und Herzen erhalten, weil wir damit eine besondere Situation im Leben verbinden (ähnlich wie mit der Musik). Diese Geschichte wurde 1998 geschrieben, als ich Resident Evil 2 zum ersten Mal auf der Playstation 1 gespielt habe. Es war mein erster Kontakt mit der Umbrella Corporation und ich schloss Leon, Ashley und Claire sofort ins Herz. Danach wurde der erste Teil nachgeholt und seitdem bin ich als Fan mit an Bord. Ich kämpfte mich durch die Straßen von Racoon City (Teil 3), freute mich über das Wiedersehen mit Leon und die ausgewogene Atmosphäre und Action (Teil 4) und kämpfte mich durch das Koop Abenteuer des 5. Teils. Auch wenn der 6. Teil eine reine Ballerbude war, so fieberte ich in den Zwischensequenzen mit der Geschichte mit, ehe mich der 7. Teil das Fürchten aus der Egoperspektive lehrte (der Teil sollte mit Kopfhörern und Pampers geliefert werden, denn Angst war hier mein ständiger Begleiter). Im Dorf kämpfte ich gegen Lady Dimitrescu und ihren Schergen und freute mich extrem über die Remakes der Teile Zwei bis Vier. Dann kam die Ankündigung von Requiem und ich hatte das unfassbare Glück, die Demo auf der Gamescom anspielen zu dürften und mir gepflegt in Hose zu scheißen, während ich in Gestalt von Grace von einem riesigen Monster verfolgt wurde. Die Trailer gossen bei mir (und der Fangemeinde) konstant Öl ins Feuer: Leon ist wieder mit am Start und es geht zurück nach Racoon City. Dann noch der Wechsel zwischen Horror aus der Egoperspektive und Action mit dem (gut gealterten) Leon, das muss einfach gut sein! Ich war so aufgeregt, dass ich 3 Tage vorher kaum noch Schlafen konnte und am Release Tag morgens gemütlich mit einem Cappuccino ins Abenteuer starten (ich hatte mir extra dafür Urlaub genommen).

Das Internet ist mittlerweile voll von detaillierten Beschreibungen, deshalb fasse ich mich kurz, was bereits Bekanntes angeht: bereits bei den ersten Schritten mit Grace in Richtung Hotel zaubert die Grafik auf dem PC eine intensive Atmosphäre auf dem Bildschirm und saugt mich direkt in die Welt hinein. Der Sound unterstreicht das alles sehr gut und zeigt, dass Requiem am besten im Dunkeln und mit Kopfhörern funktioniert. Zielsicher steuere ich Grace durch das Hotel, bis die erste Zwischensequenz kommt, die, ohne lange zu fackeln nicht nur Zähne zeigt, sondern direkt und ohne Vorwarnung zubeißt. Mitten im spannenden Moment erfolgt der Szenenwechsel und ich steuere meinen Veteranen Leon durch die erste Zombiehorde. Es dauert nicht lange und es entspinnt sich eine Story voller Spannung und Action, die mir zusätzlich (Ego Perspektive und Grace sei Dank) die nackte Angst beschert. Bei Requiem ist alles genau da, wo es hingehört; eine Steuerung, die schnell von der Hand geht, eine unfassbar intensive Atmosphäre (Grafik und Soundtrack sind der Hammer!), Flexibilität (Wechsel aus der Egoperspektive und Third Person jederzeit möglich) und sehr gut geschriebene Charaktere. Grace Ashcroft wirkt wie die unsichere und verletzliche FBI Nerdin, die eine schlimme Vergangenheit zu bewältigen hat und sich ihren tiefsten Ängsten stellen muss, um zu überleben. Veteranen von „Resident Evil 2“ wird mit der Rückkehr nach Racoon City und der Polizeistation eine deftige Gänsehaut serviert, die sehr gut zeigt, zu welcher Topform die Resident Evil Reihe auflaufen kann. Capcom hat hier alle seine Erfahrungen und Stärken gebündelt und meiner Meinung nach ein ultimatives Fan Erlebnis abgeliefert, zu dem man als Entwickler fähig sein kann. Nach dem Abspann bin ich extrem glücklich und freue mich schon darauf, die Bonusinhalte freizuschalten, die Konzeptgrafiken und 3-D Modelle zu bewundern und einen Einblick ins Making- Of zu bekommen. Auch ein weiterer Spieledurchlauf ist bereits im Gange, weil ich schließlich die anderen Kostüme und die anderen Grafikeinstellungen (schwarzweiß und Apokalypse) ausprobieren möchte. Nachdem ich die Story kenne, teste ich für mich auch einen weiteren Schwierigkeitsgrad aus, aber erst, nachdem ich den (extrem gelungenen) Bericht von Grace durchgelesen habe.

Fazit: 28 Jahre nach meinem epischen Moment ist es erneut früh morgens (dieses Mal 00:45 Uhr), als ich mit zitternden Händen den Controller zur Seite lege und tief durchatme. Mir war vergönnt, ein weiteres Mal ein Abenteuer voller Gänsehaut, Tränen und Angst zu erleben, dass nicht nur mein jüngeres Ich, sondern gleichzeitig mein heutiges Ich fasziniert und in eine andere Welt gesogen hat. Ich maße mir keiner Wertung für dieses Spiel an, aber für mich ist es ein Meisterwerk geworden, das nicht nur meine jahrelange Liebe zur Spielereihe (inklusive Höhen und Tiefen) untermauert, sondern das meine Erwartungen in sämtlichen Sparten komplett gesprengt und für mich einen neuen Maßstab gesetzt hat. Ich bin Capcom zutiefst dankbar für diese Spielerfahrung und kann sagen, dass mich dieses Spiel extrem glücklich gemacht hat!

Die Reise geht weiter, denn es wurden bereits Zusatzinhalte, ein Minispiel und eine Erweiterung der Story für Mai 2026 angekündigt. Ein packendes Singleplayer- Abenteuer, rund 10 Stunden Spielspaß und keine In- Game Einkäufe zeigen, dass klassische Spiele heute noch sehr gut funktionieren. Wenn dann noch der Fanservice von Capcom mit neuen Zusatzinhalten dazu kommt, fühle ich mich als Fan der Reihe restlos bedient. Zusätzlich bedankt sich Capcom ausgiebig bei seinen Fans für 30 Jahre Zombiekult auf den sozialen Kanälen. Ich könnte noch weitaus mehr Positives darüberschreiben, aber ich habe leider ein Date mit Grace und dem Sanatorium. Falls ihr mich auf meinem ersten Durchlauf begleiten wollt, schaut gerne auf unserem YouTube Kanal rein. Am besten mit Kopfhörer und in einem dunklen Raum, denn hier entfaltet sich die Atmosphäre am besten. Für weitere persönliche Geschichten und Erinnerungen zum Thema "Games" ladet euch gerne mein kostenloses Buch „Pitwalker“ runter.
In diesem Sinne: genießt Resident Evil Requiem, denn es ist jede Sekunde seiner Spielzeit wert!
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