Doraemon entspanntestes Abenteuer
Mehr als ein halbes Jahrhundert Doraemon – und kein bisschen müde: Vor 53 Jahren wurde der Katzenroboter vom Manga-Phänomen zum generationsübergreifenden Anime-Kult. Der perfekte Moment also, um sein entspanntestes Abenteuer auf der Nintendo Switch zu genießen.
Als Hiroshi Fujimoto und Motoo Abiko im Jahr 1969 den Manga „Doraemon“ erschufen, konnten sie kaum ahnen, dass daraus eine der langlebigsten und prägendsten Serien der Popkultur entstehen würde. Nur wenige Jahre später, am 1. April 1973, entstand schließlich die Anime-Serie, mit welcher der Roboter zum weltweiten Hit wurde. 53 Jahre später ist Doraemon mehr als nur eine Kindheitserinnerung – es ist ein kulturelles Phänomen, das Generationen verbindet.
Im Zentrum steht der gleichnamige Katzenroboter, der aus der Zukunft in die damalige Gegenwart geschickt wird, um Nobita – den tollpatschigen, oft überforderten Jungen – vor den Konsequenzen seiner eigenen Schwächen zu bewahren. Eine simple Prämisse, die sich über Jahrzehnte hinweg als erstaunlich tragfähig erwiesen hat. Denn hinter den humorvollen Episoden verbirgt sich immer auch ein leiser Kommentar über Verantwortung, Freundschaft und die kleinen Katastrophen des Alltags.

Dass diese Mischung bis heute funktioniert, zeigt sich auch daran, wie mühelos sich die Marke in neue Medien überträgt. Mit DORAEMON STORY OF SEASONS wagte sich die Reihe 2019 einen Ausflug in das Genre der entschleunigten Lebenssimulation – und bleibt sich dabei erstaunlich treu. Die Geschichte beginnt klassisch verspielt: Doraemon, Nobita und ihre Freunde brechen zu einem Abenteuer ins All auf. Doch nach der Landung auf einem fremden Planeten nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung: Ihr Raumschiff wird von einer Königin konfisziert. Der einzige Weg zurück führt über Vertrauen – und das will erst verdient werden. Nobita muss eine verlassene Farm wieder aufbauen und den Dorfbewohnern helfen, um zu beweisen, dass sie keine Bedrohung darstellen.
Spielerisch orientiert sich das Ganze stark an der bekannten „Story of Seasons“-Formel: säen, ernten, Beziehungen pflegen. Dabei gibt es kaum Druck oder feste Ziele – stattdessen lebt das Spiel von seiner ruhigen, fast meditativen Atmosphäre. Gerade diese Freiheit passt erstaunlich gut zur Grundidee von Doraemon, wo es nie um große Heldentaten ging, sondern um kleine Schritte und persönliche Entwicklung.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch der Multiplayer-Modus. Zwar kann ein zweiter Spieler Doraemon steuern, doch dessen Möglichkeiten sind stark eingeschränkt. Eigene Abenteuer bleiben ihm verwehrt, und auch die Bewegungsfreiheit ist begrenzt. Was als charmante Ergänzung gedacht ist, wirkt dadurch eher wie eine nette Beigabe als ein echter Mehrwert.
Trotzdem zeigt sich hier eindrucksvoll, warum Doraemon auch nach über fünf Jahrzehnten noch relevant ist: Die Serie erfindet sich nicht ständig neu – sie versteht es vielmehr, ihre zeitlosen Themen in neue Kontexte zu übertragen. Und genau darin liegt ihre eigentliche Stärke.
PETER ELWE
Genre: Story of Seasons
Publisher: Bandai Namco Entertainment
FSK: 0
Modus: Single- und Multiplayer
Plattform: Nintendo Switch, Windows, PlayStation 4
Erscheinungsdatum: Veröffentlicht