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02. Oktober 2026


Von: MARCUS CISLAK

Wenn J-Pop auf K-Pop trifft …

Das Boy-Love-Genre kommt aus seinem Nischendasein heraus. Eine Art Trend etabliert sich aktuell in Deutschland. Eine dieser Manga-Veröffentlichungen ist KISS ME, CRYING. Der nur für eine erwachsene Leserschaft empfohlene erste Teil etabliert die Liaison zwischen Noa und J., zwei Sänger, die J-Pop und K-Pop verkörpern.

Die beiden Idole könnten nicht unterschiedlicher sein: Noas Karriere stagniert und kommt nicht recht aus dem Knick. Er spielt aktiv mit dem Gedanken, seinen Job an den Nagel zu hängen. Ein Termin bei seinem Produzenten soll das besiegeln. Aber es kommt anders als gedacht, denn J – ein K-Pop-Idol – wird ihm vorgestellt. Er hat das gewisse Extra, das ihm fehlen würde, um richtig durchzustarten.

J ist ein Megastar in Korea, und eine Kooperation mit Noa soll endlich den ersehnten Erfolg in Japan bringen. In einer gemeinsamen WG lernen sich beide kennen. Und lieben. Während J so in den Tag hineinlebt und lange impulsiv-mysteriös bleibt, ist Noa eher der Bodenständige mit vielen Zweifeln am eigenen Talent. Doch es zeigt sich rasch: Beide zeigen ihr wahres Ich beim Sex in der Wohnung. Während hingegen das Idol-Business außerhalb der eigenen vier Wände hart und ungerecht sein kann.

Das Love-Boy-Genre kann manchmal recht oberflächlich sein, mit wenig Handlung dahindümpelnd, und schöne Gesichter mit ausgeprägten Sexszenen wenig Spannung erzeugend. Das charakterisiert Kiss Me, Crying durchaus, hat aber noch mehr zu bieten. Es blickt zeitweise hinter die Glitzerwelt der Musikidole. Hier und da blitzt Kritik am Business auf: Selbstzweifel, harte Arbeit auf dem Weg zum Erfolg und brutales Konkurrenzdenken. Für Zärtlichkeit und Liebe ist nicht immer Platz. Man darf gespannt sein, wie sich die Manga-Reihe so weiterentwickelt und ob diese kritischen Ansätze ausgebaut werden. Denn gerade das dürfte die Leser in Zukunft bei der Stange halten.

Titel: KISS ME, CRYING Band 1
Verlag: Panini Manga
Autor: Arinco
Zeichner: Arinco
Seitenzahl: 224

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