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Nicht alle schwarzen Katzen bringen Unglück – diese schon!

Katzen werden mit ziemlicher Sicherheit nie den Titel des ältesten Haustiers des Menschen reklamieren können (außer bahnbrechende neue Funde stoßen den Hund von seinem Thron der Domestizierung). 

Als jahrtausendelangen Begleiter haben Miezen es aber natürlich in sämtliche Bereiche der Popkultur geschafft. So sind Katzen beispielsweise im Medium Comic hinlänglich präsent – sei es „Catwoman“ bei DC, „Black Cat“ bei Marvel, Robert Crumbs „Fritz the Cat“ oder Kathrin Klingners brillant-sarkastische „Katze hasst Welt“. Während es sich dabei aber meist um verkleidete Menschen oder anthropomorphe Felidae handelt, sind „echte“, also vierbeinige Katzen seltener im Fokus der Neunten Kunst.

Anders in HAIRBALL, dem hierzulande bei Cross Cult erschienenen Katzen-Comic von Eisner Award-Gewinner Matt Kind (u.a. „Sweet Tooth“), optisch düster in Szene gesetzt von Tyler Jenkins (u.a. „Kings of Nowhere“) und Hilary Jenkins. In dem Mystery-Thriller, ursprünglich aus dem Hause Dark Horse, sind die titelgebenden Haarbälle definitiv noch das kleinste Übel, das von diesem schnurrenden Vierbeiner ausgeht. 

„Mama und Papa ließen mich die Katze behalten. Eine Streunerin“, so die unheilschwangere Einführung. Und schon auf dem Cover: diese stechenden Bernstein-Augen. Sofort denkt man an Stephen King. Und eigentlich wäre der Stoff perfekt für eine Novelle von ihm: Kleinstadt-Setting, streitende Eltern, ein seltsam stilles Mädchen, Anna – und seine Katze. All das erzählt in finsteren, großflächig schwarzen Panels. 

Als Leser sind wir mit Anna in Therapiesitzungen. Rückblickend erfahren wir nach und nach, was diese schwarze Katze für sie und ihre Familie bedeutet hat. Ja, diese Katze ist etwas Besonderes. „Diese gottverdammte Katze“, mit mehr als nur einem unheilvollen, durchdringenden Blick. Übernatürlich. Unsterblich gar?

Wenn man einmal angefangen hat, wird man diese gut 150 Seiten nicht wieder aus der Hand legen. Bis man das Ende der Geschichte von Anna und ihrer Katze kennt. Ein Pageturner ist HAIRBALL also allemal. Den Leumund schwarzer Katzen wird er nicht unbedingt aufbessern.

FRANK KALTOFEN

Titel: HAIRBALL
Autor: Matt Kindt 
Zeichner: Tyler Jenkins, Hilary Jenkins
Verlag: Cross Cult
Seiten: 152

 

Matt Kindt, Hairball, Katze, cross cult