Was wir über die kleinen Kletterkünstler lernen können
Am 21. Januar ist Welt-Eichhörnchen-Tag. Ein guter Moment über die liebenswerten Nusssammler nachzudenken. Sie begegnen uns ständig – im Park, im Garten, im Wald. Doch wie leben sie eigentlich, wovon ernähren sie sich, und warum faszinieren sie uns so sehr?
Kaum ein einheimisches Wildtier ist ein derartiger Sympathieträger wie das Eichhörnchen. Umso erstaunlicher, dass sich bislang kein Band der hochgelobten „Naturkunden“-Reihe von Matthes & Seitz diesen beliebten Nagern gewidmet hat. Abhilfe schafft nun das Buch des Biologen Dr. Josef H. Reichholf, ehemals Professor für Ökologie und Naturschutz an der TU München und Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München. Es hilft dabei, das Eichhörnchen besser kennenzulernen.
Man merkt Reichholf deutlich an, wie sehr es ihm am Herzen liegt, uns die Natur vor unserer Haustür näherzubringen – sei es im Stadtpark oder beim Waldspaziergang. Ebenso spürt man seine große Begeisterung für dieses Tier, die häufig ansteckend wirkt, stellenweise jedoch auch etwas anstrengend sein kann. Sprachlich ist das Buch an den meisten Stellen sehr einfach gehalten, ebenso wie die Vergleiche, die Reichholf heranzieht (ob man sich allerdings unbedingt auf Wikipedia-Artikel berufen muss, sei dahingestellt). Dadurch bleibt es jedoch auch für junge Leser mühelos verständlich.
Hier und da hätten mehr erklärende Abbildungen gutgetan – zumal das Buch einige sehr schöne Illustrationen von Johann Brandstetter enthält. Interessant ist zudem, dass in Reichholfs Ausführungen nicht immer das Eichhörnchen selbst im Mittelpunkt steht, sondern häufig seine zahlreichen Verwandten, die Nagetiere. In Abschnitt III widmet sich der Autor sogar ausschließlich den Siebenschläfern, was streckenweise wie ein angehängter Zusatz zu den vorherigen rund 160 Seiten Eichhörnchen-Wissen wirkt.
Die Neugier auf Eichhörnchen und ihre Lebensweise dürfte Reichholfs Buch dennoch in jedem Fall wecken. Ob man anschließend vertiefende Lektüre zur Hand nimmt – wozu die Literaturliste am Ende des Buches hilfreiche Anregungen liefert – oder lieber mit offeneren Augen durch Wald und Park spaziert, bleibt jedem selbst überlassen.
FRANK KALTOFEN
Autor: Josef H. Reichholf
Illustrator: Johann Brandstetter
Seiten: 224 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag