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Erfolge, Rückschläge und die Realität des Bandlebens

Im zweiten Teil unserer Interviewreihe verrät uns Kontrollverlust, welche Wünsche sie für die Zukunft hat, welche Rolle die Community für sie spielt und in welchem Land sie unbedingt touren möchte.

Im ersten Teil unseres Interviews haben wir mit Kontrollverlust darüber gesprochen, wie sie zusammengefunden haben und was sie an Anime- und Disney-Covern begeistert. Im zweiten Teil unserer Serie sprechen wir nun mit ihnen über ihre Zukunftswünsche und über Cosplay.

Wo seht ihr Kontrollverlust in fünf Jahren – eher große Festivalbühnen oder intime Clubnächte?

Das ist als müssten wir uns zwischen Wasser und Sauerstoff entscheiden. Wir brauchen beides und wir sehen uns auch in fünf Jahren auf beiden Bühnen. Das sind komplett unterschiedliche Erfahrungen. Für uns und für die Leute, um die es am Ende des Tages ja geht.

Plant ihr, neben Covern auch eigene Songs zu veröffentlichen?

Jo. Haben wir auch schon!

Wenn ihr euch eine Traumtour aussuchen könntet – wohin würde sie gehen?

Wir alle wollen mal durch Japan aber 2/4 der Band hat den großen Traum, eine USA-Tour zu machen. Ich bin kein großer Mathematiker aber zählt man das zusammen, klingt das so als wäre eine Traumtour halt einmal um die ganze Welt. Wieso auch nicht?

Wie eine Zugtour durch Japan gelingt, darüber schreiben Steve Wide und Michelle Mackintosh in ihrem Buch. Unser Review zu TRAIN JAPAN

Welche Rolle spielt eure Fan-Community für euch – online wie offline?

Das sind die Leute für die wir das machen und dank denen wir das überhaupt machen können. Online wie offline ist unsere Community unentbehrlich. Es wäre ohne die nicht nur langweilig, sondern auch völlig sinnlos.

Welcher Moment fühlt sich für euch bis heute wie ein Meilenstein an?

Das erste Mal im Stadion. Das war irre. Wir hatten 15 Minuten Zeit um unser Equipment in einer Halbzeitshow im Football auf dem Rasen aufzubauen, 2 Songs zu spielen, dabei zwei Musikvideos zu drehen und wieder abzubauen. Das war ein krasses Erlebnis und Adrenalin pur aber auch unsere erste Dokomi, das erste Festival und die erste Tour sind unvergessliche Erlebnisse. Das ist schwer, zu ranken.

Welche Rückschläge musstet ihr als Band überwinden – und was hat euch durch diese Zeiten getragen?

Wir sind jetzt seit gut 12 Jahren eine Band. Wir haben alle unsere privaten und beruflichen Schicksalsschläge erlitten. Wir sind durch eine ganze Pandemie, hatten Existenzängste, haben viele Jahre unser gesamtes Erspartes in dieses Projekt gebuttert aber wir haben immer an diese Band geglaubt und Spaß an der Sache gehabt. Uns schockt einfach nichts mehr.

Wie schafft ihr es, als Gruppe harmonisch zu bleiben, auch wenn es mal kracht?

Wir glauben halt an unsere Musik und unser Projekt. Es gibt selten persönliche Auseinandersetzungen. Wenn es mal kriselt, dann weil strategische Entscheidungen anstehen und was ein absoluter Gamechanger auf Tour ist: Einzelzimmer. ;) 

Was war ein Fehler, der euch im Nachhinein stärker gemacht hat?

Wenn man sehr viel in den Sozialen Netzwerken arbeitet und Content erstellt, ist eigentlich jeder Upload ein Learning. Wenn man auf der Bühne steht und mit Live-Publikum interagiert, ist jeder gespielte Ton ein Learning und wenn man Selbstständig ist, jede investierte Ressource. Egal ob Zeit oder Geld. DEN großen Fehler gab es eigentlich nie.

Was motiviert euch, immer weiterzumachen – trotz Stress, Zeitdruck und Bandalltag?

Ey, wir können hier unseren Traum leben, uns mit der geilsten Community der Welt umgeben UND Mucke machen. Wie viel Motivation braucht man noch?

Mit welchem Künstler oder welcher Band würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten?

Frank Schindel, Tina Frank … Na irgendwie mit allen Anime Allstars. Ich zum Beispiel würd super gerne mal mit Maria Lessing von Future Palace, Jan Hegenberg oder Alea von Saltatio Mortis arbeiten. 

Was sagt Frank Schindel? Der Macher von Leb deinen Traum“? im Interview.

Welcher Disney- oder Anime-Moment hat euch als Kind komplett umgehauen?

Rest im Peace, Wizardmon.

Wenn ihr einmal im Cosplay auftreten müsstet – welches Outfit wäre Pflicht?

Ich würde gern Ken Kaneki aus Tokyo Ghoul cosplayen und nach drei Minuten über die Kontaktlinsen heulen, Pablo wird Tenshinhan oder Kuririn, weil er die passende Frisur hat, Tobi stecken wir aus Gründen in ein Light Yagami Cosplay und Denis ziehen wir ein Trikot an und er kann sich aussuchen, ob er lieber Teil der Kickers oder der tollen Fußballstars sein möchte. 

Was ist das Geheimrezept, das Kontrollverlust von anderen Coverbands unterscheidet?

Wir haben Pablo Ludwig an der Gitarre, Tobias Görtzen am Bass, Denis Sarp am Schlagzeug und ICH schreib die Gags für unsere Bühnenshow. Das sind USPs in Reinkultur.

Aber ehrlich, ich glaub’ es ist bei uns ganz viel der Humor und den Umgang, den wir auf der Bühne miteinander haben und die Tatsache, dass wir alles solche Nerds sind, das gut nie gut genug ist. Wenn die Leute da draußen wüssten wie viele Stunden allein Pablo und ich an Gitarrensounds sitzen oder dass manchmal für – und das ist nicht gelogen – ganze Probentage für einzelne Schläge oder Übergänge draufgehen, würden die auch denken „go get a job“. Aber von nix kommt halt nix also geben wir halt alles, was wir haben. 

Vielen Dank für das Interview.

LILI SCHMIRGAL

Fotos: Hannah Louisa Kluck

 

Kontrollverlust, Interview, band