Kommende Highlights des AnimagiC-Kinos
Wie jedes Jahr präsentierten die Labels auf der AnimagiC zahlreiche Hits aus den Bereichen Film und Serie. Die Highlights der kommenden Veranstaltung stellen wir Euch jetzt vor.
In den beiden großen CineMagic-Sälen wechseln sich Screenings mit anderen Highlights ab, während in den gegenüberliegenden AnimagiC-Kinos 1 bis 3 zahlreiche Hits gezeigt werden. Von epischen Abenteuern bis hin zu herzerwärmenden Geschichten war für jeden Geschmack etwas dabei. An dieser Stelle möchten wir einige der spannendsten vorstellen.
Godzilla ist zurück
Beinahe 70 Jahre ist es her, dass das weltweit bekannteste Monster zum ersten Mal in der Bucht von Tokio Tod und Verwüstung ans Land brachte. 50 Meter groß und schlecht gelaunt, umfasst die Welt des riesigen Ungetüms – Kaiju genannt – mittlerweile 38 Filme und erfreut sich einer Kult-Gemeinschaft. Nachdem auch die westliche Zuschauerschaft mit einer Reihe von Hollywood-Produktionen beglückt wurde, wuchs die Handlung immer mehr ins Absurde und Fantastische. Dabei war der erste GODZILLA-Film von 1954 eine Mahnung an die Menschheit, dass ein unbekümmerter Umgang mit der Atomenergie katastrophale Folgen haben könnte. Es war eine filmische Katharsis, mit der Japan den Zweiten Weltkrieg und die beiden Atombombenabwürfe auf eigenem Boden verarbeiten wollte.
GODZILLA: MINUS ONE ist nun eine Rückbesinnung auf ebenjene Botschaft. So beginnt der Film gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Der junge Kamikaze-Pilot Shikishima (Ryūnosuke Kamiki) landet auf einer Piste, weil sein Flugzeug just bei der Himmelfahrtsmission einen technischen Defekt hat. Dort freundet er sich mit dem Mechaniker Tachibana (Munetaka Aoki) an, der ihm zusichert, sein Flugzeug wieder fit zu machen. Doch dann passiert es: Ein Ungetüm taucht aus dem Meer auf und wütet auf dem Flugplatz, und nur Shikishima und Tachibana überleben. Jahre später taucht Godzilla erneut auf – dieses Mal ausgewachsen.
GODZILLA: MINUS ONE ist im Wesentlichen eine Neuauflage des ersten GODZILLA-Films und „erdet“ das Universum wieder. Keine Raumschiffe, keine anderen Kaiju – sondern lediglich die kondensierte Bedrohung eines riesigen Monsters, das im Nachkriegs-Japan plötzlich auftaucht und totale Verwüstung anrichtet. Denn, richtig umgesetzt, ist dies viel beeindruckender und furchteinflößender als alles andere. Die Bevölkerung ist mit dieser Bedrohung nämlich komplett überfordert – und das zu Recht. Zumal dieser Godzilla absolut gnadenlos ist und völlig willkürlich ganze Stadtteile in Schutt und Asche legt. Es gibt zehntausende zivile Opfer – und deren Schicksal wird schonungslos dargestellt.
Nachdem Japan im Zweiten Weltkrieg bereits an den Rand der Existenz gebombt wurde, quasi wieder bei null anfangen musste, erscheint nun Godzilla und befördert das Land noch ein Level nach unten. Daher auch der Name des Films. Klingt übertrieben? Nun, wenn die große Echse im Film zum ersten Mal den charakteristischen Atomstrahl an Land einsetzt, wird deutlich, welches Gleichnis hier angestrebt wird. Dazu bedient sich der Film währenddessen der originalen Titelmelodie, was den eingefleischten Fans garantiert Gänsehaut bescheren wird.
Eine menschliche Nebenhandlung darf dabei nicht fehlen. Dieses Mal ist sie zum Glück nachvollziehbar und nimmt nicht übertrieben viel Raum ein. Der von Schuldgefühlen geplagte Shikishima versucht nur, sein Leben zu leben, kommt vom riesigen Monster aber nicht los. Schauspielerisch verdienen die Mimen höchstes Lob. Sie liefern hervorragende Leistungen und vermitteln die Angst und Verzweiflung, die mit der Bedrohung durch Godzilla einhergeht, sehr eindrücklich. Die emotionale Intensität ihrer Darstellungen trägt wesentlich zur immersiven Erfahrung des Films bei.
Insgesamt ist GODZILLA: MINUS ONE eine gelungene Neufassung des ersten GODZILLA-Films von 1954, die die Geschichte des Monsters auf faszinierende Weise neu erzählt. Mit atemberaubenden visuellen Effekten ist dieser Film ein Muss für Fans von „Big G“ und bietet gleichzeitig eine spannende Einführung für Neulinge. Die Wiedergeburt von Godzilla in GODZILLA: MINUS ONE wird die Herzen der Zuschauer höherschlagen lassen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, der die Faszination für dieses zeitlose Filmmonster aufrechterhält.
Land/Jahr: Japan 2023
Label: peppermint anime
FSK & Laufzeit: tba, ca. 125 Min.
Läuft: SA, 03.08.2024 um 22:45 in CineMagic 1
Blut, Schweiß und Körbe
Schnelles Dribbeln, ein sauberer Pass und anschließend ein gezielter Wurf, der in den Korb trifft. Dies wäre der perfekte Ablauf für ein jedes Team im Basketball, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Jedoch wäre der Sport auch langweilig, wenn alles immer perfekt liefe, und so wirft THE FIRST SLAM DUNK den Zuschauer in einen Korb aus emotionalen Höhen und Tiefen und bringt dabei dramatische Geschichten abseits des Feldes ans Licht.
Ryota blickte in seiner Kindheit immer zu seinem Bruder Sota auf, welcher als großes Basketball-Talent galt und in seinem kleinen Bruder ebenfalls Talent sah. Nach einem harten Schicksalsschlag entfacht der Wille von Ryota, ein Basketball-Profi zu werden, umso stärker. Als Point Guard der Shohoku Highschool tritt er mit seinem Team in einem Turnier gegen die Sannoh Kogyo Highschool an, welche als unbesiegbar gilt. Dabei wird der Kampfgeist von Ryotas Team auf eine knallharte Probe gestellt.
Der Film macht in seiner Erzählung einen sehr mutigen Schritt, denn er dreht sich komplett um ein einziges Basketball-Spiel zwischen zwei japanischen Hochschulen. Der Zweifel, dass dabei eventuell Langeweile aufkommen könnte, ist schon nach dem ersten Spielzug wie weggeblasen, denn der Film nimmt sofort volle Fahrt auf und zieht die Zuschauer in seinen Bann. THE FIRST SLAM DUNK ist zwar ein Sport-Anime, aber bietet so viel mehr an Emotionen, Dramatik und auch Komik und dies vor allem neben dem spannenden Basketballspiel. Während des Spiels zwischen der Shohoku- und der Sannoh-Kogyo-Schule werden nämlich die jeweiligen Motivationen der Spieler beleuchtet. Die Handlung vom Film reißt einen mit, schmettert einen emotional zu Boden, aber hebt einen auch immer wieder auf und lässt einen bis zur letzten Sekunde mitfiebern, als würde das Team der Shohoku im wirklichen Leben existieren.
Der Anime überzeugt allerdings nicht nur durch seine mitreißende Handlung, sondern sticht auch eindrucksvoll mit seinem Zeichenstil heraus. Es wurde sich für einen ganz besonderen Stil entschieden, der sowohl mit CGI arbeitet als auch mit vielen groben Zeichnungen. Viele Szenen wirken, als wäre direkt der Manga zum Film in Bewegung gesetzt worden, was den Bildern eine besondere Dynamik gibt. Das kommt sicher auch daher, dass der Regisseur und Drehbuchautor zum Film der Mangaka Takehiko Inoue selbst ist. Sämtliche Spielzüge der Mannschaft wurden animiert, und so kann der Zuschauer das komplette Spielgeschehen verfolgen, als wäre es ein echtes Spiel. Von lautstarken Fans bis hin zur Reservebank ist alles wunderbar in die Szenen eingebracht, und es wurde sehr viel Liebe ins Detail gesteckt. Aber auch abseits des Felds gibt es viel fürs Auge. Während der Rückblenden zu den verschiedenen Schicksalen der Spieler gibt es großartige Szenerien und in den eher dramatischen Momenten Standbilder, bei denen man direkt einen Kloß im Hals hat. THE FIRST SLAM DUNK spielt grafisch in der absoluten Königsklasse unter den Anime-Filmen mit.
Es gab bisher viel zu loben an THE FIRST SLAM DUNK, und auch bei dem Soundtrack gibt es absolut nichts zu bemängeln. Während des Spiels treiben sowohl rockige als auch elektronische Songs die mit Aktion geladenen Szenen mächtig voran, und spannende Momente lassen das Adrenalin vor Aufregung in die Höhe schnellen. Aber auch ruhige Momente wirken durch ihre musikalische Untermalung noch mehr. Ebenfalls positiv sticht die deutsche Synchronisation hervor, wo vor allem die Stimmen der Hauptcharaktere sehr gut getroffen sind. Besonders Christopher Kohn als Ryota und Patrick Roche als Hanamichi holen alles aus sich raus und erwecken die Charaktere mit ihren Stimmen zum Leben. Die Lokalisierung ist ebenfalls super gelungen, und die Charaktere sprechen sehr authentischen Jugendslang miteinander, was oftmals auch zum Schmunzeln führt.
THE FIRST SLAM DUNK gilt als einer der meistgefeierten Anime-Filme auf der Welt und ist dank KSM endlich auch bei uns mit einer super Synchronisation ab dem 5. Dezember 2023 in den Kinosälen zu sehen. Eine spannende Geschichte, die durch ihre besondere Erzählweise sowohl Sportenthusiasten als auch Fans von Slice-of-Life-Dramen von den Sitzen reißt.
Label: KSM Anime
Land/Herstellungsjahr: Japan 2022
FSK & Laufzeit: ab ca. 124 Min.
Läuft: FR, 02.08.2024 um 19:00 in CineMagic 1
Liebesgeschichte zwischen Musik und Musiker
BLUE GIANT ist eine Manga-Serie, die von Shinichi Ishizuka geschrieben und gezeichnet wird. Ab dem 10. Mai 2013 gibt es regelmäßig neue Kapitel. Der Manga umfasst mittlerweile vier verschiedene Erzählungen. Jede von ihnen begleitet Dai Miyamoto während verschiedener Phasen seiner Karriere. Der Film BLUE GIANT erzählt die ersten zehn Kapitel des gleichnamigen Mangas, der zwischen dem 10. Mai 2013 und dem 25. August 2016 erschienen ist.
Dai Miyamoto ist ein normaler Schüler, der den Sinn seines Lebens noch nicht gefunden hat. Lustlos fristet er seine Tage im Basketball-Club der Schule, um dem tristen Alltag zu entkommen. Sein ganzes Leben ändert sich, als ein Freund ihn zu einer Live-Jazz-Performance einlädt. Die Musik bewegt ihn bis in sein Innerstes und fortan sollen Noten sein Leben prägen.
Er beginnt, Teilzeit zu arbeiten, erhält jedoch sein erstes Saxofon als Geschenk von seinem Bruder Masayuki Miyamoto. Schlussendlich zieht er nach Tokio, da es in seiner Heimatstadt Sendai keinen Platz für Jazz zu geben scheint. Auch hier, in der riesigen Stadt, ist es schwer für ihn. Stundenlang, egal bei welchem Wetter, übt er das Spielen seines Saxofons. Dabei geht er so weit, dass er in winterlicher Kälte so vertieft spielt, dass seine Lippen blutig werden.
Da er von seiner Musik noch nicht leben kann, teilt er sich mit einem Freund ein kleines Apartment. Tagsüber arbeitet er Teilzeit, des Nachts streift er mit seinem Instrument durch die Bars und Jazz-Clubs der Stadt. Er möchte bekannter werden und nimmt nicht selten eine schlaflose Nacht auf sich. Seine Überzeugung und nicht zuletzt seine kindlich-großspurige Art ziehen den talentierten Pianisten Yukinori Sawabe in seinen Bann. Selbst sein Zimmergenosse, Shunji Tamada, lässt sich von Dai anstecken. Er ist Drummer und selbst als Anfänger verteufelt gut.
Gemeinsam gründen sie die Band „Jass“. Für das Trio beginnt eine nervenaufreibende Reise durch das bunte Nachtleben Tokyos, bei dem Höhen, Tiefen und natürlich das ein oder andere Drama den Weg der Musiker säumen. Erfolg kommt eben nicht über Nacht, sondern bedarf einer großen Menge Herzblut.
BLUE GIANT konzentriert sich auf die Musikrichtung Jazz. Ein Großteil der 120 Minuten nehmen Jazz-Sequenzen ein. Sie sind ein fester Bestandteil der Handlung und zeigen wahrhaftig die Bindung und Liebe der einzelnen Figuren zu ihren Instrumenten. Zudem vermitteln die Musik-Szenen den technischen Fortschritt, den die Charaktere im Laufe der Handlung durchlaufen. Klingen Dais erste Versuche auf dem Saxofon eher plump und schief, ist während der weiteren Geschichte stetig die Verbesserung zu hören.
Die aufwendigen Jazz-Szenen werden vornehmlich durch den Einsatz von Cel-Shading-Computer-Grafiken realisiert. Anders wären beispielsweise die komplexen Fingerbewegungen des Saxophonspiels sowie die dynamischen Haltungsänderungen während eines Auftrittes von Dai kaum möglich gewesen. Andererseits setzen die Produzenten auf handgezeichnete Hintergründe, was sich beim Ansehen des Films manches Mal als Fluch herausstellt.
Toben auf der Bühne, Figuren in bester 3D-Optik über die Bühne, wirken die Hintergründe starr und unnatürlich. Gerade in vollen Bars, bei denen das Publikum eigentlich aktiv der Musik zuhören sollte, wird dieses Problem oft sichtbar. Die Zuschauer sind lediglich starre 2D-Figuren und interagieren kaum mit den Musikern. Aber eben die Musik ist es, die all das erdulden lässt.
Melancholische Saxophon-Solos reihen sich an dynamische und wilde Stücke für Piano, Drums und Klavier. Dazu gesellen sich überaus gefühlvolle Titel wie „BLUE GIANT (Cello & Piano – Version)“, die zum Träumen und Entspannen einladen. BLUE GIANT spielt bewusst mit den verschiedenen Gefühlen der Stücke, um die Emotionen der nervenaufreibenden Reise des aufstrebenden Trios „Jass“ zu untermauern.
Mit seiner gut erzählten Handlung, die sich fast gänzlich an die Original-Vorlage hält, ist die Geschichte um Dai und seine Gefährten eine Hommage an die Musik und ihre aufstrebenden Künstler. Es geht dabei nicht nur um die Perfektionierung der Kunst, sondern auch um den bloßen Willen, einen Traum zu verwirklichen. „Blue Giant“ lohnt einen Blick, selbst ohne eine Vorliebe für Jazz.
Mit seinen ausdrucksstarken Songs und Figuren, die vor den Augen des Zuschauers reifen und jede Hürde auf dem Weg ihres Traumes nehmen, rollt das ein oder andere Tränchen. Musik ist der Fokus, aber der Film gibt allen Akteuren Raum zur Entfaltung, sodass es für die Zuschauer ein Leichtes ist, ihren Gedanken und Beweggründen zu folgen.
Label: PLAION PICTURES
Land: Japan 2023
FSK: 12
Länge: 120 Minuten
Läuft: SO, 04.08.2024 um 16:30 in CineMagic 1
Auch interessant:

AnimagiC 2026 – Ein Rückblick
In Mannheim haben sich einmal mehr Cosplayer*innen, Anime-Fans, Manga-Leser*innen und Gaming-Enthusiast*innen aus ganz Europa versammelt, um gemeinsam Manga, Anime und japanische Kultur zu feiern. Dabei durften die zahlreichen Panels, Shows und Aktionen natürlich nicht fehlen.

Polyband-Hits am AnimagiC-Stand
Heute ist der letzte Tag der AnimagiC, und damit habt ihr auch die letzte Chance, euch am Polyband-Stand mit einigen der coolsten Anime-Hits einzudecken. Hier erfahrt ihr, welche das sind.

Carlsen auf der AnimagiC
Zu den Pflichtstationen auf der AnimagiC gehört auch in diesem Jahr der Stand von Carlsen. Welche Manga-Highlights Euch dort erwarten, lest Ihr hier.