A Hard Day: Good Son, Bad Cop

Welch Schande, dass A HARD DAY 2014 keinen richtigen Kinostart in Deutschland hatte. Aber besser spät als nie: Die Busch Media Group bringt den feinen Cop-Thriller aus Korea nun auf DVD und Blu-ray heraus.

 

Ko Gun-soo war bestimmt ein guter Sohn. Doch nun ist die Mutter gestorben, und ausgerechnet auf dem Weg zur Beerdigung drückt Ko etwas stärker auf das Gaspedal und überfährt in der dunklen Nacht prompt einen Mann. In Panik lädt er die Leiche in den Kofferraum, schleust sich kreativ durch eine Polizeikontrolle und entschließt sich, den unbekannten Toten im mütterlichen Sarg, der demnächst begraben wird, zu verstecken ...

 

Diese erste halbe Stunde von A HARD DAY ist ein Fest in Sachen nägelkauender Spannungsinszenierung. Und dabei fängt der Film erst richtig an! Kos ungeschicktes Manöver, sich bei der Polizeikontrolle als Mitarbeiter der Mordkommission auszugeben, war kein Manöver: Er ist wirklich Polizist, aber (berechtigte) Korruptionsermittlungen lassen ihn auf Messers Schneide stehen. Die letzte Ermittlung ist gerade noch überstanden, da kommen schon weitere Stolpersteine. Bei einem neuen Fall soll Ko nach einem Kriminellen fahnden, der sich rasch als sein Opfer entpuppt – und ein mysteriöser Anrufer, der Ko bei seiner etwas speziellen Fahrerflucht beobachtet hat, beginnt, ihn zu erpressen.

Das koreanische Kino erlebt seit den späten 1990er Jahren eine ungeahnte Blüte, doch leider lassen sich koreanische Genrefilme, die in deutsche Kinos kommen, jährlich gefühlt an einer Hand abzählen. Manche schaffen es erst später auf Heimvideo-Medien, wenn überhaupt. Liebhaber guter (Bad-)Cop-Thriller sollten sich aber auch unabhängig ihrer Korea-Affinität A HARD DAY auf keinen Fall entgehen lassen. Regisseur Kim Seong-hun weiß nicht nur im furiosen Auftakt, sondern auch im atemberaubenden Showdown sehr geschickt auf der Tastatur der Spannung zu spielen: Die elegante Kameraführung, die stets das Maximale aus den Scopebildern herauszaubert, die räumliche Auflösung der Situationen – die Inszenierung ist so effizient wie zurückhaltend, eine „unsichtbare“ Kamera ganz im Dienst der Geschichte. Kos Situation ist nicht nur alptraumhaft für ihn, spannungsgeladen für den Zuschauer, sondern auch leicht grotesk überzogen in der Anhäufung des Unglücks – und so durchzieht auch ein galliger, schwarzer Humor den Film (das Hantieren mit der Leiche zu Beginn erinnert an die berüchtigte Kartoffellasterszene in Hitchcocks „Frenzy“) und lockert zwischendurch die Spannung auf. Ein unmoralischer Thriller, ohne die verstörenden Exzesse von Filmen wie „Old Boy“ oder „The Chaser“ – ein idealer Einstieg in das koreanische Genrekino.

 

DAVID LEUENBERGER

Titel: A HARD DAY

Land/Jahr: Korea 2014

Label: Busch Media Group

FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 110 Min.

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