Captain-Picard-Tag-Special: Ralph Sander im Interview - Katzenkrimis
Aber selbst dein (und mein) Leben dreht sich ja nicht nur im „Star Trek“. Gerade ist dein Roman „Kater Brown und der lügende Holländer‟ erschienen. Kannst du uns ein bisschen was darüber erzählen?
Mein Leben dreht sich sogar nur ganz selten um Star Trek, insbesondere seit Abrams und Kurtzman bei den Trek-Filmen und Serien das Sagen haben. Für mich hat das alles nichts mehr mit Star Trek zu tun, und deshalb geht für Neues in Sachen Trek auch keine Zeit mehr drauf. Die nutze ich, um meine Krimis zu schreiben, von denen einige unter Pseudonym erschienen, während Kater Brown unter meinem eigenen Namen läuft.
Im neuesten Band lenkt seine kriminalistische Spürnase Kater Brown zu einem Holländer (eigentlich ein Niederländer, aber der „lügende Niederländer“ weckt im Gegensatz zum „lügenden Holländer“ keine Assoziationen), auf dessen Leben anscheinend ein Anschlag verübt wird. Er entpuppt sich als ehemaliges Mitglied einer erfolgreichen Boyband aus den Neunzigern, aber er schweigt sich darüber aus, was er in dem malerischen englischen Fischerdorf zu suchen hat, in dem Kater Brown mit seiner Dosenöffnerin seit einer Weile zu Hause ist. Mehr kann ich nicht verraten, denn dann würde ich vermutlich irgendetwas vorwegnehmen. Ich könnte noch sagen, dass jemand einem Mord zum Opfer fällt und dass das Leben einer anderen Figur in großer Gefahr ist. Den Rest erfährt man nur durch die Lektüre des Krimis.
Gerade erschienen: „Kater Brown und der lügende Holländer“
Mittlerweile ist das schon das 14. „Kater Brown“-Abenteuer. Hättest du nach dem ersten Roman gedacht, dass dich der Kater so lange begleiten wird.
Dazu muss ich sagen, dass ich an keines meiner Projekte mit bestimmten Erwartungen herangehe. Wenn etwas zum Erfolg wird, dann freut mich das. Zwar waren Katzenkrimis für mich vor Kater Brown kein Neuland, weil ich ja schon unter dem Pseudonym Catherine Ashley Morgan insgesamt sieben Katzenkrimis geschrieben hatte, aber das war keine Garantie dafür, dass Kater Brown sich genauso verkaufen wird.
Ich bin zwar bei jedem meiner Bücher davon überzeugt, etwas geschrieben zu haben, was vielen Lesern gefallen wird, und meine Verlage sind davon ja auch überzeugt, da sie meine Geschichten veröffentlichen, aber was letztlich dabei herauskommen wird, kann niemand sagen. Daher gehe ich auch nicht mit bestimmten Erwartungen an die Arbeit. Ich gebe mein Bestes, damit die Leser auf Seite 17 genauso interessiert weiterblättern wie auf Seite 321, und wenn ich allein auf Kater Brown zurückblicke, kann ich behaupten, dass mir das auch gelungen ist.
Die einzige Ausnahme ist mein „Star Trek-Universum“, bei dem ich mir von Anfang an sicher war, dass sich das Buch gut verkaufen würde. Dass die Startauflage kurz nach Erscheinen ausverkauft sein würde und dass es in den Jahren danach ein paar Mal erweitert und ergänzt werden würde, bis es schließlich vier Bände umfasste, das war allerdings nicht zu erwarten gewesen, als ich das erste Belegexemplar aus dem Briefkasten holte.
Die Reihe ist ja nicht dein erster Katzenkrimi. Vor dir stammen ja unter anderem auch die erwähnte „Rote Katze“-Reihe und „Die Katze von Folsom Gardens“. Welche Bedeutung haben Katzen in deinem Leben?
Insgesamt haben Tiere eine große Bedeutung, das beschränkt sich nicht auf Katzen. So weit ich zurückdenken kann, hatten wir zu Hause eigentlich immer Tiere, insbesondere Jungvögel, die aus dem Nest gefallen waren und von uns großgezogen wurden. Tiere haben für uns immer Vorrang vor allem anderen, und wer das mit einem dummen Kommentar versieht, der bekommt von mir eine passende Antwort. Es gibt so einige Ex-Kollegen, die davon ein Lied singen können.
Woran arbeitest du aktuell?
Momentan schreibe ich gerade wieder an einem Krimi, über den ich aber wie so oft nichts verraten kann, da er unter einem Pseudonym erscheinen wird.
Das Interview führte FLORIAN TRITSCH