The Interceptor

Keine Macht den Drogen

Gelangweilt und ernüchtert vom Alltag in der Drogenfahndung in Englands Hauptstadt schwingt sich Zollfahnder Markus “Ash” Ashton auf, die dicken Verbrecherfische an Land zu ziehen. Für die Spezialeinheit UNIT eingespannt zu werden – quasi als Strafe dafür, dass ein Kollege bei einem von ihm angeführten Einsatz verletzt wurde –, kommt ihm da gerade recht, da sie sich der gezielten Jagd der gefährlichsten Männer der Unterwelt im Land widmet… als THE INTERCEPTOR eben.

KEINE MACHT DEN DROGEN

Gelangweilt und ernüchtert vom Alltag in der Drogenfahndung in Englands Hauptstadt schwingt sich Zollfahnder Markus “Ash” Ashton auf, die dicken Verbrecherfische an Land zu ziehen. Für die Spezialeinheit UNIT eingespannt zu werden – quasi als Strafe dafür, dass ein Kollege bei einem von ihm angeführten Einsatz verletzt wurde –, kommt ihm da gerade recht, da sie sich der gezielten Jagd der gefährlichsten Männer der Unterwelt im Land widmet… als THE INTERCEPTOR eben.

Mit der bis auf Weiteres ersten und letzten Staffel des Titels haben Serien-Experte Tony Saint (“Strike Back”) und Farren Blackburn (“Daredevil”, “Tag des Grauens”) eine neue Reihe ersonnen, die mit halbwegs realistischem Anspruch von einem markigen Agenten im Kampf gegen einen Drogenring erzählt. Als Ash (Olatunde Fagbenle aus “Looking”) von der britischen Steuerbehörde HM Revenue and Customs zum Sonderkommando avanciert, muss er sich auf einige Neuerungen einstellen, die seinem eigenen Wesen oftmals zuwiderlaufen.  Traumatisiert, nachdem er als Kind mitansehen musste, wie sein Vater einen Drogenabhängigen niederschoss, tut er sich heute schwer damit, sein Temperament betreffs der Zustände zu zügeln, weil er nicht schnell lernt, zwischen Arbeit und inneren Antrieben zu unterscheiden. Dementsprechend impulsiv geht es mitunter zu. Das Produktionsteam von BBC One – also die Macher von “Dr. Who” und “Luther” – griff um der Authentizität willen auf den wirklichen Agenten Cameron Addicott zurück, um sich bei der Inszenierung beratschlagen zu lassen, doch die rasante Abfolge von Ereignissen entspricht sicherlich bewusst nicht der Wirklichkeit. Zahlreiche Verfolgungsjagden reihen sich aneinander, während sorgfältig durchleuchtete Charaktere insbesondere auf der Seite der “Bösen” einen eher tiefgründigen Gegenpol zum Tempo bilden. Nicht zuletzt mit dem Soundtrack (Beiträge von Arctic Monkeys und Alt-J) dürfte man verstärkt auf ein junges Publikum abzielen, das sich von der hohen Schlagzahl der Action-Events im Laufe der Handlung vereinnahmen lassen dürfte.

Im Gegenzug birgt die Serie großes Potenzial zur Weiterentwicklung, gleichwohl es vorerst bei dieser einen Staffel blieb – wieder einmal aufgrund lauer Zuschauerresonanzen. Der anfänglich dezente Witz könnte im weiteren Verlauf stärker zum Tragen kommen, da Ash in der Einheit viel cooler auftritt als bei seiner nüchternen Arbeit für die Grenzkontrolle. Seilschaften und Beziehungen zwischen den Verbrechern werden allenthalben angedeutet und lassen Raum zur Spekulation, wobei man jedoch nicht sonderlich viel investieren muss, um sich als Krimi-Fan rasch wohlzufühlen. Hinzu kommt ein leichtes Dokumentations-Flair, das die Serie allerdings nicht in ungebührlicher Weise intellektualisiert, sodass sie recht vorhersehbar anmutet, aber gut unterhält.

Apropos Unterhaltungen: Selbige fallen mal minimalistisch, mal ausufernd aus, was für eine interessante Dynamik und Atempausen sorgt, in jedem Fall aber Ash als leidenschaftlichem Heißsporn guttut, der mit absoluter Überzeugung bei der Sache ist. Eben daraus schöpft die Serie ihre Kraft, denn Action mit Fokus auf realistischen Umständen gibt es wie Sand am Meer, doch die emotionale Komponente verhindert, dass THE INTERCEPTOR allzu trocken ausfällt, woran man sich als Konsument schnell sattsehen würden.

Er muss sich daran gewöhnen, verdeckt zu ermitteln, und sein Ego deshalb zurückzuhalten, scheut sich aber weder vor smarten Tricks noch unkonventionellen Methoden zum Stellen der Täter, wobei er es mit Recht und Gesetz wie zu erwarten nicht allzu genau nimmt. Zuweilen agiert er aber nachgerade fahrlässig und riskiert damit sein Leben, also ist für Spannung gesorgt. Man kann nur darüber spekulieren, weshalb die acht Folgen mehr oder weniger floppten und leider regelrecht verheizt wurden, doch dank Polyband, die diese eine Staffel würdevoll mit kleineren Bonusfeatures sowie einem längeren aufbereiten, das hinter die Kulissen des Formates blickt, gerät THE INTERCEPTOR als überdurchschnittliches Crime-Drama billigerweise nicht in Vergessenheit.

Andreas Schiffmann


Bewertung:13 
FSK: 16 
Label:Polyband 
Land/Jahr:GB 2015 
Laufzeit:ca. 424 Min. 
Technik: 12

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