Dilbert: Die komplette Serie

Geschichten, die das Arbeitsleben schreibt

Scott Adams, der für DILBERT aus seiner eigenen Erfahrung als Bürohengst schöpfte, hat sich auch dank findiger Marketingkampagnen zu den erfolgreichsten Cartoonisten der Welt aufgeschwungen und seine Strips über den liebenswürdigen Titelhelden auch in einer Animationsserie verewigt, die nun dank Polyband als Gesamtwerk auf DVD und Blu-ray vorliegt. Dabei stellt sich die um die Jahrtausendwende erschienene Serie als verblüffend abriebfest heraus.

GESCHICHTEN, DIE DAS ARBEITSLEBEN SCHREIBT

Scott Adams, der für DILBERT aus seiner eigenen Erfahrung als Bürohengst schöpfte, hat sich auch dank findiger Marketingkampagnen zu den erfolgreichsten Cartoonisten der Welt aufgeschwungen und seine Strips über den liebenswürdigen Titelhelden auch in einer Animationsserie verewigt, die nun dank Polyband als Gesamtwerk auf DVD und Blu-ray vorliegt. Dabei stellt sich die um die Jahrtausendwende erschienene Serie als verblüffend abriebfest heraus.

Ungeachtet des Kontexts sind einige der in “Dilbert” angeschnittenen Themen nämlich nichts weniger als zeitlos, gerade für in Angestelltenverhältnissen arbeitende Zuschauer. In den insgesamt lediglich zwei Staffeln à 13 bzw. 17 Folgen der hierzulande von Premiere und Tele 5 ausgestrahlten Serie geht es um achtlose Vorgesetzte, die hemdsärmelig und unzuverlässig führen, um Stagnation im Berufsleben und den Sinn von Produktentwicklung.

So arbeitet die Hauptfigur als Programmierer und hat in ihrem Betrieb keinerlei Perspektiven zum Weiterkommen. Mit Dilberts Fähigkeiten wirft er regelrecht Perlen vor die Säue, während er in seinem persönlichen Leben als gescheiterte Existenz durchgeht, die nicht zu Beziehungen fähig ist, weil sie schlichtweg ein zu trockenes Wesen an den Tag legt. Dennoch findet er Halt in seiner Familie, nicht zuletzt durch seine Antworten auf alles wissende Mom und Hund Dogbert. Tiere spielen im Übrigen eine tragende Rolle in “Dilbert”: Catbert, Dinosaurier Bob oder Ratbert sind mit oft allzu menschlichen Zügen und Fehlern ausgestattet, was dem generell mit Archetypen arbeitenden Schöpfer und seiner Co-Produktion mit Drehbuchautor/Comedian Larry Charles entspricht.

So bleibt etwa auch die genaue Tätigkeit von Dilberts Unternehmen vage, aber fest steht, dass die Qualität ihrer Erzeugnisse zu wünschen übriglässt. Demzufolge und in Anbetracht der Tatsache, dass der Hauptcharakter neben einigen anderen Angestellten über einen hohen Sachverstand verfügt, wälzen die Macher den schlechten Ruf der Firma auf ihre Führungsriege ab. Gerade diese Reihung von Klischees – auch im Sinne der Charakterdarstellung – zeichnet die Serie aus und macht sie gegenwartsrelevant. Schließlich ist z.B. auch das fiktive Elbonien in Osteuropa als scherzhaft kritischer Fantasiestaat mit Bezug auf die Auslagerung ganzer Produktionsbereiche von Großunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen am Ende gar nicht so weit hergeholt, und wer kennt sie nicht, die zänkischen, latent unzufriedenen Kolleginnen im Büro?

So wurde “Dilbert” zu einem bunten Sittenbild der Arbeitswelt, wie wir sie kennen und eigentlich nicht haben wollen. Unabhängig davon lässt das Label nichts anbrennen, indem es die beiden Silberscheiben mit ansprechendem Bild und Sound bedacht hat; Letzteres ist umso schöner, weil Hollywood-Komponistenikone Danny Elfmans („Desperate Housewives“ etc.) Score zur Serie alles andere als Makulatur darstellt.

Andreas Schiffmann


 

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