Ghostbusters (2016)

GELUNGENES COMEBACK MIT FRAUENPOWER

Die 80er Jahre und zwei „Ghostbusters“-Teile sind Vergangenheit. Das Remake, in denen Frauen auf Geisterjagd gehen, kann darüber zwar nicht hinwegtäuschen, doch liefert gute Kino-Unterhaltung.

GELUNGENES COMEBACK MIT FRAUENPOWER

Die 80er Jahre und zwei „Ghostbusters“-Teile sind Vergangenheit. Das Remake, in denen Frauen auf Geisterjagd gehen, kann darüber zwar nicht hinwegtäuschen, doch liefert gute Kino-Unterhaltung.

In Zeiten, in denen ein vermeintlich ausgebrannter Franchise nach spätestens 5 Jahren mit Pauken und Trompeten ein Remake oder ein Reboot, ein Prequel oder eine sonstwie geartete Form der Reinkanation erfahren darf, war es dem kultisch verehrten "Ghostbusters" und seinem nicht minder grandiosen zweiten Teil ein ganzes Vierteljahrhundert verwehrt, irgendein Lebenszeichen von sich geben zu dürfen. Böse Zungen behaupten, die Schuld lag bei Hauptdarsteller Bill Murray alias Dr. Peter Venkman, der einer Fortsetzung mithilfe seines vertraglich zugesicherten Mitspracherechts jahrelang einen Riegel vorschob.Getreu der Prämisse „Was lange währt, das wird nix mehr", sind die Darsteller für tragende Rollen mittlerweile zu alt oder – im Falle von Geisterjäger-Erfinder und Egon-Spengler-Darsteller Harold Ramis – leider bereits verstorben.

Was blieb anderes übrig, als die Geisterjäger in einem Relaunch neu zu erfinden, sie den mittlerweile üblichen Prozess der Traumfabrik Hollywood durchalfen zu lassen? Wie groß war aber der Schock, als es im letzten Jahr hieß: Die Geisterjäger sind Frauen! Sollte das ein Witz sein? So dachte man zumindest bis wenige Minuten vor der Sichtung des neuen GHOSTBUSTERS.Ja, es stimmt: Die Geisterjäger sind tatsächlich Frauen! Und wisst ihr was? Der Film hätte erstaunlicherweise besser nicht werden können! Den alten Zeiten hinterherzuflennen mag richtig sein, denn an die beiden Vorgänger aus den 80ern kann das Reboot keineswegs herankommen, aber der Neuauflage eine faire Chance zu geben, ist ebenso wichtig. Die Mädels und Jungs der alten Schule haben es auch getan, denn alle altgedienten Stars aus "Ghostbusters" haben denkwürdige Cameo-Auftritte in der Neuauflage. Und für Hardcore-Fans gibt es genug Details zu entdecken, die als Hommage an die alten Klassiker eingebaut wurden.

Über die eigenwillige Comedy mag man sich streiten können, der eine wird vor lachen kaum in den Schlaf kommen, der andere genüsslich deswegen gähnen. In diesem Fall kann man es nicht jedem Recht machen. Einige zielsichere Knaller werden aber für jeden dabei sein, denn grenzpubertäre Witzchen, Slapstick und absurde, aber treffsichere Dialoge halten sich ganz gut die Waage. Besonders erwähnenswert ist Chris Hemsworth als männlicher Gegenpol, der sich als normalerweise charismatischer, nordischer Held Thor hier unglaublich selbstironisch auf die Schippe nimmt und als fast schon debil zu bezeichnende Schreibkraft der Geisterjägerinnen viele denkwürdige Auftritte hat. Ja, "Ghostbusters" ist ein Film mit Frauenpower. Männer sind allenfalls Randfiguren und taugen in den meisten Fällen auch nichts. Das ist nicht weiter schlimm, denn die vier unterschiedlichen Heldinnen treten auch von einem Fettnäpfchen ins andere. Diskriminiert muss sich hier also am Ende niemand fühlen.

Die Effekte sind für ein solches Fantasy-Schwergewicht erstaunlich sparsam gesät und werden auch nicht minutiös zur Bombastwirkung eingesetzt (keine Angst, die Action kommt hier nicht zu kurz). Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass trotz fortgeschrittener Technik immer irgendwie versucht wurde, sehr "Ghostbusters"-typisch zu wirken und dem bunten Geistertreiben in New York einen Hauch von Seele zu verleihen. Die phasenweise etwas stark konstruierte Story geht dabei den üblichen Weg im Geisterjäger-Universum und versucht nicht, etwas völlig neues zu erfinden. Ebenso viele strahlende Gesichter wird der fast schon inflationäre Einsatz des Titelliedes von Ray Parker jr., auch in diversen Coverversionen, bei Fans der ersten Stunde hervorrufen.

Für einen Besuch im Kino sollte auf jeden Fall die 3D-Version ausgewählt werden. Obwohl sich die Stereoskopie die meiste Zeit stark zurückhält, sind die Effekte während der Kämpfe mit Protonenstrahlern und den erschreckenden Geistern der Oberkracher. GHOSTBUSTERS ist definitiv eine Geisterkomödie, die gesehen werden muss. Der Mut, der mit dieser geistigen Fortsetzung eines wahren Filmklassikers einherging, hat sich trotz massiver Bedenken am Ende wirklich ausgezahlt!

TORSTEN FELIX


GHOSTBUSTERS

Regie: Paul Feig

Land/Jahr: USA 2016

Label: Sony

FSK & Laufzeit: ab 12, ca. 116 Min.

Kinostart: 4.August

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