Birds Of Prey

Birds Of Prey

Während die MARVEL-Verfilmungen vom Publikum und Kritikern (mit wenigen Ausnahmen) einhellig gelobt worden und werden, ist es Warner noch nicht gelungen, mit den Filmadaptionen der DC-Comichelden qualitativ mitzuhalten. Gerade „Suicide Squad“ spielte zwar weltweit 750 Millionen US-Dollar ein, doch das grelle, wirr zusammengeschnittene Actionfeuerwerk enttäuschte. Einzig Margot Robbie als Jokers' ausgeflippte Geliebte Harley Quinn vermochte durch ihre überdrehte Art und ihre sexy-quietschbunte Kostümierung schauspielerisch wie optisch einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN wurde mit einem irritierend kleinen Budget (mit 75 Mio. US-Dollar nur halb so teuer wie „Suicide Squad“) nun als ihr „Solo-Film“ vermarktet. Die schrille Kleinkriminelle mit Nach-mir-die-Sintflut-Attitüde führt mit einem chronologisch unzuverlässigen und betont selbstreferenziellen Voice Over durch den launigen Actionthriller, der sich einen Teufel um eine sinnvolle Story und leider auch um das Frauengespann rund um die Titelheldin schert. Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez) wird immer wieder damit aufgezogen, dass sie redet wie die Protagonisten in einem 80er-Jahre-Cop-Film, die rachsüchtige Huntress (Mary Elizabeth Winstead) wurde von Kindesbeinen an zum Racheengel erzogen und hat coole Oneliner noch nicht so richtig drauf – aber viel mehr erfährt man über sie nicht. Bleibt Bösewicht Roman Sionis (Ewan McGregor), der gerade beim willkürlichen Foltern oder Bedrohen das Gemüt eines bockigen Kindes mitbringt. Karikaturen statt Figuren, wohin man in dieser lärmend-ironischen Film-Wundertüte auch schaut.

Hochklassig ist indes das Production Design. Ein detailreich ausgestatteter Jahrmarkt und die quietschbunten Kostüme, die Harley Quinn auch unter Zeitdruck immer wieder mühelos wechselt, verhelfen BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN zumindest zu einigen Schauwerten. Nicht wirklich informativ, aber besser als nix: Die DVD weist als Extra die 8-minütigen PR-Featurette „Harley Quinns kongeniale Partnerinnen: Wie die Birds zum Leben erwachen“ auf.

LUTZ GRANERT

Titel: BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN
Label: Warner
Land/Jahr: USA 2020
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 104 Min.
Verkaufsstart: veröffentlicht

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