Black Christmas

Black Christmas

Am Vorabend von Weihnachten steigt im Schwesternhaus einer Studentenverbindung eine große Party. Einzig wiederholte obszöne Anrufe eines Unbekannten stören die Feierlaune. Als mit Claire (Lynne Griffin) eine der Bewohnerinnen am nächsten Tag spurlos verschwunden ist, vermutet ihr Vater dahinter ein Verbrechen. Er soll Recht behalten, denn ein Killer hat sich auf dem Dachboden des Schwesternhauses eingenistet...

BLACK CHRISTMAS (deutscher Verleihtitel: „Jessy – Die Treppe in den Tod“) aus dem Jahre 1974 gilt heute als einer der ersten und einflussreichsten Slasher-Filme überhaupt. Kameramann Reginald H. Morris entwickelte ein Gestell, welches er am Kopf befestigte und ihm freie Hände und Point-Of-View-Aufnahmen aus der Sicht des Killers ermöglichte – ein Stilmittel, welches später etwa in „Halloween“ (1978) perfektioniert wurde. Und auch ein final girl gibt es mit der schwangeren Protagonistin Jessy (Olivia Hussey) in dem Genreklassiker mit toughen, selbstbewussten Frauenfiguren schon zu bestaunen. BLACK CHRISTMAS ist aber nicht frei von Schwächen: Der Spannungsbogen schmiert durch die frühe Auflösung der Identität des Killers vorzeitig ab und auch die Auflösung seiner psychosozialen Störung bleibt der Film abseits einiger Andeutungen von fehlgeleitetem christlichem Wertekonservatismus schuldig.

Capelight Pictures veröffentlichte BLACK CHRISTMAS nun erstmals auf Blu-Ray. Die vorliegende 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook punktet mit seinem umfangreichen Bonusmaterial. So erfahren wir etwa in der 36-minütigen Dokumentation „Black Christmas Revisited“ aus dem Jahr 2002, wie John Saxon in einer regelrechten Nacht-und-Neben-Aktion als Last-Minute-Ersatz für den an Alzheimer erkrankten Oscarpreisträger Edmund O'Brien für die Rolle als Polizist Fuller ans Set geflogen wurde und wie die obszönen Anrufe aus Tonaufnahmen von fünf Schauspielern zusammengeschnitten wurden. In ihrem Essay zum Film (im Booklet) rekapituliert Moviepilot.de- und multimania-Redakteurin Jenny Jecke die Rezeptionsgeschichte des Films und die Vorliebe von Regisseur Bob Clark für dunklen Humor, die jeden seiner von der Genrezuordnung sehr verschiedenen Filme durchzieht. Für weihnachtliches Kontrastprogramm ist mit dem Slasher-Frühwerk BLACK CHRISTMAS jedenfalls gesorgt.

LUTZ GRANERT

Titel: BLACK CHRISTMAS - 2-Disc Limited Collector's Edition
Label: Capelight Pictures
Land/Jahr: Kanada 1974
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 98 Min. (BD) / ca. 94 Min. (DVD)
Verkaufsstart: veröffentlicht

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