Baby Blood

Baby Blood

Zirkusdirektor Lohmann schreit seine Mitarbeiter an und terrorisiert regelmäßig seine Freundin Yanka. Diese haut dann ab, doch leider hat sich ein Parasitenwesen in ihr eingenistet. In Paris ist Yanka vom Zugriff des brutalen Zirkusdirektors befreit, doch nun ist sie dem heranwachsenden Parasistenwesen in ihrem Bauch ausgeliefert – und diesen dürstet es nach Blut…

BABY BLOOD ist ein wildes Genre- und Subgenre-Hybrid. Nachdem Yanka das Wesen „empfangen“ hat, bekommt BABY BLOOD deutliche Anklänge an David Cronenbergs Body-Horror: Die existentielle Unsicherheit einer Schwangerschaft wird körperlich externalisiert. Das Monstrum in Yankas Bauch kann sie blutig quälen, potentiell töten und damit zu Gewalttaten erpressen. Body Horror und Body Politics gehen Hand in Hand: Yankas Körper wird stets von ihrer (männlichen) Umgebung begehrt und eingefordert – bevor die gedemütigte Frau brutal zurückschlägt. BABY BLOOD weist darin Elemente des urbanen Rape-and-Revenge-Films auf. Bei aller Grimmigkeit ist BABY BLOOD aber auch eine urkomische schwarze Komödie. Gerade im letzten Drittel erweist sich der Film in seinen zunehmend grotesken Gewaltszenen als Wegbereiter dessen, was wir heute als „Funsplatter“ bezeichnen würden. Die Dialoge, die sich zwischen Yanka und dem krächzend sprechenden Wesen in ihrem Bauch entspinnen, entwickeln immer wieder den Drive einer Screwball-Komödie.

BABY BLOOD hat ein wohlverdientes Upgrade in seiner Editionsgeschichte erhalten. Wie gewohnt bei Bildstörung: edle Optik und Haptik, toller Inhalt mit zwei Scheiben und einem Booklet. Die Bonus-Disc enthält Interviews mit drei Darstellern, Regisseur Alain Robak und Kameramann Bernard Déchet. Einblicke in das weitere Schaffen des Regisseurs geben zwei seiner Kurzfilme sowie drei Musikvideos. Ein schönes Schmankerl ist der Location-Trip, in dem Regisseur Alain Robak im Vergleich mit Filmausschnitten durch die Drehorte in der Jetztzeit führt: eine schöne Gegenüberstellung des dreckigen, nächtlichen Paris anno 1990 mit der heutigen gentrifizierten Hauptstadt bei Tageslicht.

DAVID LEUENBERGER

Titel: BABY BLOOD

Land/Jahr: Frankreich 1990

Label: Bildstörung

FSK & Laufzeit: ab 18, ca. 87 Min.

Verkaufsstart: veröffentlicht

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