Something She Lost

Something She lost

Warum verlieren Gespenstergeschichten nie ihren Reiz? Vielleicht weil viele Menschen in ihrem tiefsten Inneren die Existenz des Übernatürlichen doch für möglich halten. Von Christopher Goldens neustem Werk SOMETHING SHE LOST – so die „deutsche Übersetzung“ des Originaltitels „Wildwood Road“ – schwärmt u.a Stephen King, dass dieses Buch wahrlich die Nerven kitzelt.

Die Geschichte handelt von Michael und Jillian Dansky, deren glückliches Leben bei einer Autofahrt nach einer Party jäh ein Ende findet: Beinahe überfährt Michael ein kleines blondes Mädchen, das er danach nach Hause bringt. In dem Gebäude, von dem sie behauptet zu wohnen, hat Michael ein verstörendes Erlebnis. Als er am Morgen danach in seinem Auto neben seiner Frau Jillian erwacht, ist nichts, wie es war. Anfangs sind beide Ehepartner nur verstört. Doch es dauert nicht lange, und unheimliche Vorfälle häufen sich. Auf einmal ist Jillian wie ausgewechselt, und Michael steht plötzlich vor der Aufgabe, nicht nur seine Ehe retten zu müssen.

Wer zu diesem Buch gegriffen hat, weil der Einband Nervenkitzelpotenzial verheißt, sollte nicht erwarten, dass es ähnlich blutig wie in vielen King-Büchern zugeht. Weniger spannend ist es trotzdem nicht. Golden entfaltet seine Geschichte und deren Thrill mit Bedacht. Er, der vor allem als Autor aus dem Comic-Sektor bekannt ist, schafft es auf sehr stimmungsvolle Weise und anfangs sehr subtil, die Änderungen, die sich in Michaels und Jillian Leben nach dem Vorfall einschleichen, zu entwickeln. Der Horror, den es bedeutet, wenn seine Liebsten auf einmal nicht mehr sie selbst sind, geht unter die Haut – und nistet sich dort ein. Nicht nur bei Michael – der erkennen muss, dass die Welt seit der unheilvollen Nacht aus den Fugen ist – auch bei vielen Lesern, wird sich die Angst festsetzen und sie so schnell nicht mehr loslassen. Aus welcher Richtung der Grabeswind weht, ist lange nicht klar; und die Auflösung ist überraschend.

Doch trotzdem sind es nicht die Wendungen der Geschichte, die den Reiz dieses Buches ausmachen. Es ist der tief in den Menschen sitzende Glaube, dass es neben der sichtbaren Welt noch eine weitere unsichtbare Welt – dass es eben vielleicht doch Gespenster gibt. Golden weiß, was wir fürchten und spielt das in SOMETHING SHE LOST auch für den Leser genüsslich aus.

THOMAS GRENDEL

Titel: SOMETHING SHE LOST

Autor: Christopher Golden

Verlag: Cross-Cult

Seiten: 420

 

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