The Ballad Of Lefty Brown

THE BALLAD of lefty brown

In THE BALLAD OF LEFTY BROWN lässt Regisseur Jared Moshé einen verlachten Niemand auf Rachefeldzug losziehen. Der entdeckt ein Komplott, das die Aufrichtigkeit des US-amerikanischen Westens bedroht. Der Western erscheint nun auf DVD, Blu-ray und digital.

Hollywood ist immer dann besonders nah dran an dem „kleinen Mann von der Straße“, wenn es Geschichten von Underdogs erzählt, die im Kampf gegen die Mächtigen über sich hinauswachsen. THE BALLAD OF LEFTY BROWN – der nun bei EuroVideo auf DVD, Blu-ray und digital erscheint – überführt diese Figur des „working class hero“ in das Genre des Westerns.

Lefty Brown (Bill Pullman) ist ein Wasserträger. Sein Leben hat er an der Seite von Edward Johnson (Peter Fonda) zugebracht, einer Ikone des sich bevölkernden Westens. Edward Johnson ist der Einzige, der Lefty Brown ernst nimmt, während die anderen Arbeiter auf der Farm ihn für einen Trottel mit zwei linken Händen halten. Umso schmerzlicher wiegt für Lefty Brown der Verlust, als sein einziger Freund erschossen wird. Also macht er sich auf den Weg, den Mörder seines Herren und einzigen Freundes Edward Johnson zu stellen – und seine gerechte Strafe zukommen zu lassen.

Der Indie-Western ist aber, auch wenn die Story es nahelegt, kein klassischer Genrebeitrag mit strahlendem Helden, fiesen Bösewichten und schönen Frauen, die gerettet werden wollen. Es handelt sich um einen Spätwestern, der vom nahenden Ende der ewigen Weiten, die jedem Platz bieten, kündet. Auf seiner Reise lernt unser Held seine Welt neu kennen. Sein Westen ist ebenso wie die Revolverhelden-Freunde aus seiner Vergangenheit zum Mythos geworden, eine Geschichte in Zeitungen und Romanen. Gangster, die nicht für Ideale, sondern aus Egoismus handeln, drohen diesen zu zerstören.

Der Zuschauer sieht diese Welt durch die Augen von Lefty Brown. Einen Typen, der nicht wie ein Held scheint, der weder schlau noch eloquent oder talentiert ist, der aber etwas Wertvolleres hat. Nämlich Demut und vor allem Durchhaltevermögen. Bill Pullman spielt diesen Lefty Brown als tumben Jedermann. Die nuschelige Sprache, der ungepflegte Vollbart, seine speckigen Klamotten, der Film lässt seinem (Anti-)Helden nichts Glamouröses angedeihen. Ihn zu mögen ist nicht schwer bei den ungleich undurchsichtigeren Charakteren, die ihn umgeben. Neben Peter Fonda („Todeszug nach Yuma“, 2007) sind in dem hochkarätigen Cast u.a. Kathy Baker („Unterwegs nach Cold Mountain“, 2003) und Jim Caviezel („Escape Plan“, 2013) zu finden.

Regisseur Jared Moshe, der zuvor bereits mit „Dead Man’s Burden“ in diesem Genre Erfahrung sammelte, merkt man seine Vorliebe für Western an. Teile der Handlung erinnern an die Klassiker „Rio Bravo“ und „Der schwarze Falke“ – und vor allem atmosphärisch punktet sein düsteres Rachedrama, das sich Zeit für seine Hauptfigur nimmt. Auch wenn THE BALLAD OF LEFTY BROWN nicht in den epochalen Landschaften des Monument Valley spielt, wie so viele Western des klassischen Hollywoods. Ort der Handlung ist Montana – und es teilt sich das unglamouröse Nichtssagende seines Helden. Steppe und Wälder eben. Sie stechen einem trotz der beeindruckenden Landschaftsaufnahmen kaum in die Augen. THE BALLAD OF LEFTY BROWN ist aber nie karg, sondern eben ein ziemlich old-schooliger Western – und somit eine rare Ausnahmeerscheinung im Genre.

ROBERT WAGNER

PRODUKT-INFO

Titel: THE BALLAD OF LEFTY BROWN

Land/Jahr: USA 2017

Label: EuroVideo

FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 107 Min.

Verkaufsstart: veröffentlicht

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