The Limehouse Golem

Wenn das Blut durch Londons Straßen fließt…


Jahre vor Jack The Ripper trieb bereits ein Mörder in einem Arbeiterviertel von Europas Metropole sein blutiges Unwesen. Der Crime-Thriller THE LIMEHOUSE GOLEM lässt mit beeindruckenden Kulissen und einer hochkarätigen Besetzung ab 31. August das düstere viktorianische Zeitalter auf der Leinwand auferstehen.

In THE LIMEHOUSE GOLEM erschüttert 1880 eine Mordserie das gleichnamige Arbeiterviertel im Osten Londons. Zwei Prostituierte, ein jüdischer Gelehrter und eine ganze Familie gehen auf das Konto eines skrupellosen Killers, der in Blut geschriebene, lateinische Sprüche an den Tatorten zurücklässt. Die zutiefst verunsicherte Bevölkerung ist überzeugt: Diese bestialischen Morde kann kein Mensch verübt haben, ein mythisches Sagenwesen muss dahinterstecken. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln, sodass der altgediente Inspektor John Kildare (Bill Nighy) auf den Fall angesetzt wird. Zusammen mit seinem Gehilfen George Flood (Daniel Mays) entdecken sie eine erste Spur: Eine der mit Blut geschriebenen Botschaften weist auf ein Werk des Romantikers Thomas de Quincey hin. Als sie in der Bibliothek recherchieren, entdecken sie das besagte Buch – welches mit der Handschrift des Killers übersät ist, der darin detailliert seine Taten beschreibt. Kann der sehr an Kunst und Literatur interessierte, leicht aufbrausende Bourgeois John Cree (Sam Reid) für die Morde verantwortlich sein? 

Bis die Enthüllung des Killers jedoch mit einer überraschenden Wendung stattfindet, legt THE LIMEHOUSE GOLEM zahlreiche falsche Fährten und schickt den Zuschauer bei den zahlreichen Verdächtigen im Rahmen von potenziellen Mordsequenzen immer wieder auf eine gruselige Geisterbahnfahrt. Durch einen Bildausschnitt, der mit seinen ovalen Begrenzungen links und rechts einem Blick durch fremde Augen gleicht, entführen verzerrte Bilder, bedrohliche Klänge und ein Voice Over aus den Aufzeichnungen des Mörders in eine mysteriöse „Was wäre wenn?“-Scheinwelt, deren Realitätsgehalt sogleich von Kildare und Flood geprüft wird.

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Auch die spielfreudige Besetzung trägt zum Gelingen des spannenden Crime-Thrillers bei. Während Bill Nighy („I, Frankenstein“, 2014) wie immer den kultivierten Gentleman mimt (gerade bei seinem ultrakorrekt betonten Oxford-Englisch lohnt die englische Sprachfassung!), bleibt vor allem die beeindruckende Performance von Sam Reid („Anonymus“, 2011) im Gedächtnis, der als nach Künstlerehren strebender John Cree hin und wieder genüsslich cholerisch die Fassung zu verlieren droht. War er der Killer? Das Publikum, das jetzt Blut geleckt hat, sollte sich bei einem Kinobesuch des aufwändig ausgestatteten, ultraspannenden THE LIMEHOUSE GOLEM selbst davon überzeugen.

LUTZ GRANERT

Titel: THE LIMEHOUSE GOLEM
Label: Concorde Film
Land/Jahr: Großbritannien 2016
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 109 Min.
Kinostart: 31. August