Skip to main content

BABYLON - IM RAUSCH DER EKSTASE

Aufwändig ausgestattet und ambitioniert: Das Hollywood-Epos BABYLON – IM RAUSCH DER EKSTASE von "La La Land"-Regisseur Damien Chazelle liegt seit 20. März zum Download und ab 6. April als VoD, auf DVD und Blu-Ray vor.

Hollywood feiert besonders gern seine eigene Geschichte. Das weiß wohl niemand besser als Damien Chazelle, der bereits in seinem oscargekrönten „La La Land“ (2016) Assoziationen an das goldene Zeitalter der Musicals in den 50er Jahre weckte. BABYLON – IM RAUSCH DER EKSTASE trägt jedoch schon die überbordende Extravaganz im Titel – und schlägt schon in den ersten Minuten gehörig über die Strenge: Bei einer rauschhaft-orgiastischen Party beim Filmstar Jack Conrad (Brad Pitt) ist neben entblößten Frauen und einem echten Elefanten die aufreizend tanzende Nellie LaRoy (Margot Robbie) DIE Attraktion. Es ist das Jahr 1926, LaRoy wird als Notbesetzung eines billig heruntergekurbelten Westerns zum Star. Nach dem Siegeszug des Tonfilms sind Conrad und LaRoy aus dem Fiebertraum erwacht: Sie ist zur spielsüchtigen Skandalnudel verkommen, seine mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten in pathetischen Dialogen sorgen beim Publikum nur noch für Gelächter. Es ist an Conrads einstigem Assistenten Manny (Diego Calva), das angeschlagene Studio in ein neues, ungleich professionelleres Zeitalter oder Filmproduktion zu führen... bis er Jahrzehnte später die bahnbrechenden Neuerungen des Kinos Revue passieren lässt.

Das Tempo, das Damian Chazelle in BABYLON – IM RAUSCH DER EKSTASE trotz einer stolzen Laufzeit von 3 Stunden vorlegt, ist beeindruckend – und die Tragikomödie steckt voller Kinomagie. Die mit Zeitmarken angereicherte Montage eines ganz normalen Wahnsinn-Drehtages (inklusive toter Stuntmen bei einer Massenszene, defekter Kamera und cholerischem deutschen Regisseur) ist auch durch seine Unterlegung mit einer kraftvoll-treibendem Jazzband-Instrumentierung von Justin Hurwitz (welche durch wilde Trompeten- und Saxofon-Soli das Chaos spiegelt), eine Szenenfolge für die Ewigkeit. Auch wenn sich wie bei einer durchzechten Nacht irgendwann Ermüdungserscheinungen einstelllen, so peitscht Chazelle seine zeitlose Geschichte vom Aufstieg und Absturz unentwegt voran – wobei man ihm auch mangelnde Charakterzeichnung bei Conrad nachsieht, der ebenso wie Brad Pitt („Ad Astra“) nie auf die Idee kommt, hinter die oberflächliche Lebemann-Fassade seiner (Witz-)Figur zu blicken.

Das Bonusmaterial der Blu-Ray (auf separater Disc) ist durchwachsen. Das 30-minütige Making-Of und die geschnittenen und erweiterten Szenen sind unterhaltsam und geben tiefen Einblick in den Herzschlag des Films, die beiden 2-Minuten-Promo-Clips zu Kostümen und Musik bleiben oberflächlich. Insgesamt hätte aber noch deutlich mehr Material auf die Disc gepasst.

LUTZ GRANERT

Titel: BABYLON – IM RAUSCH DER EKSTASE
Label: Paramount
Land/Jahr: USA 2022
FSK & Laufzeit: ab 16, ca. 189 Min.
Verkaufsstart: 06. April

margot robbie, brad pitt, filmgeschichte, paramount, damien chazelle, babylon, hollywood, oscar

  • Erstellt am .
  • Aufrufe: 615