Freitag, 26 Februar 2016 07:13

TOM CLANCY’S THE DIVISION

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Tom Clancy und die dynamischen Welten: Es gibt wohl keine schönere, niemals endende Liebesgschichte. Dass THE DIVISION aber nicht nur mit der optischen Dekonstruktion seiner realistischen Welt spielt, sondern nebenher auch mit dem klassischen Rollenspieler flirtet, überrascht mehr als positiv. 

Man mag es kaum aussprechen, aber endlich ist es soweit: New York, die Stadt der Träume, liegt in Schutt und Asche, und wir dürfen sie mit vollem Tatendrang wieder zusammenflicken. Lang, lang ist‘s her, da flackerte im Jahre 2013 eine siebenminütige Demo eines neuartigen Third-Person-Shooters über die Leinwände der E3. Zu bewundern gab es damals vor allem eine im Chaos versunkene Umgebung, holografische Karten und originelle Rollenspielelemente. Seit Ubisofts Pressekonferenz im Rahmen des US-amerikanischen Gaming-Events, der Electronic Entertainment Expo, hat sich so einiges an TOM CLANCY’S THE DIVISION getan. Gleich vorweg: Holografische Maps gibt es in optisch leicht veränderter Form wohl immer noch, und genauso wie die Umgebung nichts von ihrer rustikalen, düsteren Aura eingebüßt hat, existiert weiterhin die Möglichkeit, individuelle Charaktere zu erstellen und Gebrauchsgegenstände anzuhäufen.
Nachdem das Release des Shooters von 2014 auf 2015 verschoben wurde, hat man mit 2016 das nächste Geburtsdatum gefunden. Die Warterei sei verziehen, denn es hat wohl einfach seine Zeit gebraucht, um ein stimmiges Gaming-Erlebnis zu gestalten: Ausgangspunkt des Videospiels ist eine recht schaurig-utopisch anmutende Story, bei der der soziotechnische Fortschritt sowohl Leid als auch Hoffnung mit sich bringt. Eine vernichtende Pandemie tost über die US-amerikanische Weltstadt an der Ostküste hinweg und hinterlässt eine Spur des Elends und der Missordnung. Die Grundversorgung versagt, ebenso wie der Zugang zu Essen und fließendem Wasser, so dass das Chaos im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert ist. In diesen extremen und schnelllebigen Zeiten ist der Zusammenhalt der Spezialeinheiten so relevant wie nie zu vor. Mit einer bunten Vielfalt an Fähigkeiten ausgestattet, macht sich die unabhängige „Division“, bestehend aus SHD-Agenten (Strategic Homeland Division) auf den Weg, um den Virus sowie seine Schöpfer auszuradieren.

 

Gameplay à la Roleplay

 

Bevor sich der Spieler jedoch auf die gefährlichen Straßen begibt, wird zunächst ein Charakter erstellt. Die Möglichkeiten sind groß: Von Geschlecht über Gesichtstypen bis hin zu Körperverzierungen lassen sich die Spielfiguren an die Wünsche des Gamers anpassen. THE DIVISION erfindet das Rad der „dritten Person-Spiele“ nicht von Grund auf neu, trumpft aber mit erfrischenden Details auf. Das elementare Spielprinzip ist altbekannt: Während des Kugelwechsels versteckt man sich mit seinem Charakter hinter Objekten und sucht nach Feuerschutz, um nicht im Kugelhagel durchlöchert zu werden, ehe man mit Bedacht Gegner für Gegner erledigt. Das Deckungs-System scheint hier recht simpel zu funktionieren, da die nächstfolgende Deckungsmöglichkeit anvisiert und ausgewählt werden kann, so dass die Figur automatisch zum nächsten Punkt hin sprintet. Im Kampf gegen den Terror-Virus darf der Spieler drei Waffen sowie diverse Sprengstoffe in seinem Gepäck deponieren. Die Anzahl der verwendbaren Fähigkeiten wird pro Level freigeschaltet, umso größer der Fortschritt innerhalb der Missionen, desto größer ist die Menge an gewonnenen Erfahrungspunkten, und umso mehr Talente, Skills, Waffen und Ausrüstung dürfen geshoppt werden.
Bei dem ganzen Equipment sticht vor allem eines hervor: die Smartwatch. Über das kleine Accessoire lassen sich andere Agenten schnell kontaktieren. Um sich nicht selbst mit dem Virus zu infizieren, ist es notwendig, die Gasmaske überzustülpen. So steht einem „Spaziergang“ durch extrem verseuchte Gebiete nichts mehr im Weg. Mehr als zehn Hauptmissionen können recht linear absolviert werden. Die Kampagne kann auch vollständig allein gespielt werden, auch wenn es sich eher anbietet, die Herausforderungen in einem Vierer-Team zu bestehen. PVP und PVE finden in ein und derselben Welt statt. Das Level-, Missionen- und Upgrade-System verläuft recht geradlinig. Ist der Spielstil einmal gefunden, kann die Ausrüstung an die eigene Vorangehensweise angepasst werden. Dem Spieler wird permanent die Rückenansicht des Charakters und maximal ein Über-die- Schulter-Blick gewährt. Was man über die Schulter sieht, hat es in sich.

 

Open World & Open Eyes

 

Die Entwickler haben sich für ein komplexes Open-World-Szenario entschieden. Zu bestaunen gab es bereits 2013 so einiges an dekonstruktivem Umwelt-Design, vor allem die feinen Details bedingt durch Schnee- und Eisstürme oder der herumliegende Abfall sorgten für große Augen. Schnell war klar: Da hat sich jemand nicht nur viel Mühe gegeben, sondern ein authentisches, trashiges Horrorszenario entworfen. Auch in den letzten Versionen von THE DIVISION erinnert der Look an die filmischen Settings von „I Am Legend“ (2007) oder „THE Dark Knight Rises“ (2012). Die Welt ist postapokalyptisch auf der einen und mit Boshaftigkeit infiziert auf der anderen Seite. Der Tag-Nacht-Zyklus sowie ein auf Zeit basierendes Wettersystem können den Spielern zudem sowohl Freude als auch Ärger bescheren. Eine neue Form von taktischen Matches könnte somit eingeleitet werden, in der es möglich ist, den Gegner aufgrund der Wetterbedingungen in Hinterhalte zu locken.
New York soll nach Angaben der Publisher nahezu eins zu eins der realen Stadt entsprechen, da die Gebäude den realen Bauten nachempfunden wurden. Realismus lässt grüßen. Im Rahmen dieser Highend-Grafik ist also weiterhin ein elektrisierender, kompromissloser Look zu erwarten. Bis auf den Startbildschirm gibt es in THE DIVISION keine Ladepausen. Das bedeutet, dass auch der Zonenwechsel ohne müßigen Ladebalken vonstatten geht. Insgesamt gibt es 21 Zonen. Jede Zone richtet sich an ein bestimmtes Erfahrungslevel der Spielfigur.

 

Come To The Dark Zone

 

Die sogenannte Dark Zone ist  eine Art Endgame, welches noch einmal in sechs Zonen untergliedert wird. Diese Zonen sollen vom Spieler erkundet werden. Wer Glück hat, erntet dann den einen oder anderen High-Level-Gegenstand. Die Freude über diesen könnte allerdings nur von kurzer Dauer sein, nämlich dann wenn man dieses Gegenstands beraubt wird. Neben einer starken KI kann man auch auf andere Spieler treffen. 20 bis 25 Leute können sich zur selben Zeit in der Zone tummeln. Der PVP-Modus wird dann angeschaltet werden, sobald ein Spieler einen anderen Spieler angreift. Liegt ein Player erledigt am Boden, so kann dessen Loot von seinem Killer gleich mit eingesackt werden.
Die Waffen, welche in der Dark Zone aufgehoben werden, bleiben nicht zwangsweise im Inventar ihres Finders. In einen dauerhaften Genuss gerät man nur, wenn der Fund mittels Helikopter aus der Zone transportiert wird. Aus Sammlern werden Jäger und umgekehrt, gemütliches „Abfarmen“ von neuen Items lässt sich unter diesen Umständen nur schwer vorstellen. THE DIVISION lässt sich natürlich auch ohne die Dark Zone bespielen, aber wer von allen Gegenständen das Beste besitzen will, wird um die  dunkle Zone nicht herumkommen.

 

Happy Preview

 

Was bleibt also? THE DIVISON wird sich voraussichtlich sowohl mit Freunden als auch angenehm alleine spielen lassen. Neben Manhattan wird es noch weitere Stadtteile wie Brooklyn, Queens oder den Central Park geben, welche betreten werden können. Dabei muss das Spiel immer online gespielt werden. Sogenannte „Microtransactions“, also das Bezahlen von Echtgeld im Austausch gegen diverse digitale Items, wurde laut Publisher nicht integriert, obwohl sich dieses System in der Zukunft eventuell für Item-Truhen oder die Dark-Zone-Währung anbieten könnte. Interessant bleibt auch die Frage, ob den Spieler bei dem Erreichen der höchsten Stufe 30 eine für sein Level zugeschnittene, separate Dark Zone erwartet.
Das Menü und dessen Steuerung wirken rund, logisch nachvollziehbar und überzeugen durch einen futuristischen Touch. Ubisoft gelingt kurze Zeit nach dem Release von TOM CLANCY’S SIX: SIEGE wohl ein erneuter Action-Kracher der vor allem in Sachen Grafiktexturen und packendem Multiplayer überzeugen kann. Was vom Spielprinzip her zunächst verdächtig nach „World Of Warcraft“ klingt, enthüllt sich als ernst zu nehmendes Boss-Fight-System. Wie von der Reihe gewohnt, müssen die unterschiedlichen Fähigkeiten innerhalb eines Teams aufeinander abgestimmt und im Gefecht sorgsam getimt werden, damit am Ende etwas Zählbares dabei herumkommt. Auch das angekündigte Crafting-System könnte Laune machen. Laut eines Redit-Users soll die PC Beta 26 GB groß sein. Während die Vorbesteller einen garantierten Zugang zur Testversion haben, müssen alle anderen auf ihr Glück hoffen. Diese geschlossene Beta endet ende Januar. Das fertige Game soll dann wohl am 8. März veröffentlicht werden. Bis dahin heißt es:  Gespannt abwarten und Tee trinken.

BENJAMIN FREUND

 

TOM CLANCY’S THE DIVISION
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Plattform
PC, PS4, Xbox One
USK
ab 18
Verkaufsstart
veröffentlicht

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